Brüssel. Die Vertreter der Gewerkschaften und Arbeitgeber im Eisenbahnsektor haben Vereinbarungen zu europaweit gültigen Arbeits- und Ruhezeiten des fahrenden Personals und über einen europäischen Lokführerschein unterzeichnet. „Mit der Unterzeichnung ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines europäischen Verkehrsmarktes getan“, sagte der Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, Norbert Bensel. Das vereinbarte Führerscheinmodell hat den Charakter einer Selbstverpflichtung und wird künftig von den Mitgliedern der an den Verhandlungen beteiligten Verbänden in Eigenregie umgesetzt. Norbert Hansen, Chef der Gewerkschaft Transnet, hob hervor, dass der Wettbewerb jetzt nicht, wie vor allem im Straßengüterverkehr, über Sozialdumping ausgetragen werde. Es wurden auch die Arbeitszeiten von Lokführern im grenzüberschreitenden Verkehr geregelt. Danach muss die tägliche Ruhezeit mindestens zwölf Stunden betragen. Die Fahrtzeit wird auf maximal neun Stunden am Tag und acht Stunden in der Nacht begrenzt. Tarifverträge mit günstigeren Bestimmungen haben Vorrang. Die Vereinbarung soll unter anderem dazu beitragen, die Hemmnisse bei der Durchführung internationaler Schienentransporte abzubauen. (vr/cd)
Internationaler Schienengüterverkehr überwindet weitere Hürde
Gewerkschaft und Bahnen einigen sich auf europäischen Lokführerschein