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IfW-Analyse: Noch keine Entspannung in globalen Lieferketten auf See in Sicht

Seit Beginn der Coronapandemie kommt es in Häfen immer wieder zu Verzögerungen beim Entladen und dem Weitertransport von Containern (Symbolbild)
© Foto: Axel Heimken/dpa/picture alliance

Weltweit nimmt die Anzahl der in Staus befindlichen Schiffscontainer laut den Ökonomen vom IfW zu. Derzeit stecken etwa zwölf Prozent aller weltweit verschifften Waren fest.


Datum:
07.04.2022
Autor:
Marie Christin Wiens / dpa
Lesezeit: 
2 min
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Kiel. In den seit Beginn der Coronapandemie zunehmend aus dem Takt geratenen Lieferketten auf See ist nach Daten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) noch keine Entspannung in Sicht.

„Weltweit nimmt die Anzahl der in Staus befindlichen Schiffscontainer wieder zu“, wie das Institut mitteilt. Derzeit würden etwa zwölf Prozent aller weltweit verschifften Waren feststecken - im vergangenen Jahr habe der Wert nur in zwei Monaten höher gelegen.

Keine besonderen Effekte des Lockdowns in Shanghai erkennbar

In China waren seit Ausbruch der Pandemie immer wieder Häfen ganz oder teilweise geschlossen worden, weil Hafenarbeiter coronainfiziert waren. Schiffe müssen in solchen Fällen tagelang auf das Be- und Entladen warten oder auf andere Häfen ausweichen, vor denen sich dann ebenfalls Staus bilden.

Eine ähnliche Situation herrscht seit langem auch vor den großen Häfen der USA, auch weil die Hafenlogistik mit dem Entladen und dem Weitertransport der Boxen nicht hinterherkommt.

Besondere Effekte des seit Ende März geltenden Corona-Lockdowns in der chinesischen Hafenmetropole Shanghai erkennen die Kieler Forscher derzeit nicht. „Wohl auch, weil der Hafen dort weiterhin betrieben wird“, sagt IfW-Ökonom Vincent Stamer.

Wirksamkeit der Sanktionen gegen Russland untersucht

An dem Institut untersuchen die Wissenschaftler die weltweiten Handelsströme auf Basis von Echtzeitdaten über den Schiffsverkehr. Aus den Daten lesen die Ökonomen beispielsweise auch die Wirksamkeit der gegen Russland verhängten Sanktionen ab.

An den drei größten Häfen Russlands, St. Petersburg, Wladiwostok und Novorossiysk, ist der Containerfrachtverkehr bereits um die Hälfte eingebrochen, so das Institut. „Europas Unternehmen und Reedereien schränken offensichtlich den Transport über den Seeweg ein. Gleiches dürfte für den Handel über den wichtigeren Straßenverkehr gelten.“

Die von Russland angegriffene Ukraine sei außerdem praktisch vom internationalen Seehandel abgeschnitten. Den wichtigsten Hafen des Landes, Odessa am Schwarzen Meer, habe seit Kriegsausbruch kein großes Containerschiff mehr angelaufen. (mwi/dpa)

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