ifo Institut kürzt Konjunktur-Prognose für 2021

16.06.2021 10:01 Uhr
Die deutsche Wirtschaft kommt dieses Jahr weniger schwungvoll aus der Corona-Krise wie erwartet

Vor allem die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten bremst die Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Coronakrise aus. Das ifo Institut erwartet daher nur noch 3,3 Prozent Wachstum für dieses Jahr.

München. Das ifo Institut hat seine Konjunktur-Prognose für 2021 gekürzt. So erwarten die Wirtschaftsforscher einer Meldung vom 16. Juni zufolge für dieses Jahr nur noch 3,3 Prozent Wachstum und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März. Dafür erhöhte das ifo Institut seine Vorhersage für das kommende Jahr um 1,1 Punkte auf 4,3 Prozent. „Kurzfristig dämpfend wirken vor allem die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten“, erläutert Timo Wollmershäuser, der Leiter der ifo-Prognosen. Die an sich kräftige Erholung, ausgelöst durch die Öffnungen, verschiebe sich etwas weiter nach hinten, als noch im Frühjahr erwartet. „Die Kosten der Coronakrise für die Jahre 2020 bis 2022 belaufen sich auf 382 Milliarden Euro. Dabei wird angenommen, dass die deutsche Wirtschaft in der Zeit mit durchschnittlich 1,2 Prozent im Jahr gewachsen wäre“, so Wollmershäuser weiter.

Importe wachsen stärker als Exporte

Weitere Eckdaten der Prognosen, die das Ifo Institut veröffentlichte: Der Außenhandel soll deutlich zulegen, so rechnet man bei den Exporten mit einem Plus von 10,4 Prozent nach minus 9,4 Prozent 2020. Die Importe sollen demnach noch stärker um 11,4 Prozent zulegen, nach minus 8,4 Prozent im Vorjahr. 2022 werden die Zuwächse kleiner, das Ifo Institut rechnet mit plus 5,6 Prozent bei den Exporten und plus 7,3 Prozent bei den Importen. Daher werde der viel kritisierte Überschuss der deutschen Leistungsbilanz von 231 über 206 auf 184 Milliarden Euro schrumpfen. Das sind 7,0 und 5,8 sowie 4,9 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung. Damit wäre er erstmals seit Jahren unter der Marke von 6 Prozent, die die EU für kritisch hält.

Mit der kräftigen Erholung dürfte zudem die Zahl der Kurzarbeiter, die noch 2,3 Millionen im Mai betrug, rasch sinken und kommendes Jahr ihr Vorkrisenniveau erreichen, das bei etwa 100.000 lag. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte jedoch etwas langsamer zurückgehen, von 2,7 Millionen (5,9 Prozent) im vergangenen Jahr auf 2,65 (5,8 Prozent) in diesem und 2,4 Millionen (5,2 Prozent) im kommenden Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte leicht steigen, von 44,82 Millionen auf 44,86 in diesem Jahr und auf 45,42 im kommenden Jahr.

Inflationsrate steigt vorrübergehend auf 2,6 Prozent

Die Inflationsrate wird sich den Wirtschaftsforschern zufolge vorübergehend beschleunigen, von plus 0,6 Prozent im vergangenen Jahr auf plus 2,6 Prozent in diesem. Dazu trügen vor allem höhere Energiepreise und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer bei. Danach flache sich der Anstieg der Verbraucherpreise wieder ab auf plus 1,9 Prozent im Jahre 2022. (mh)

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