London. British Airways (BA) hat mit einem umfassenden Umbau der Langstreckenflotte begonnen. Am gestrigen Donnerstag hat die Fluglinie, die zusammen mit der spanischen Iberia Teil der Holding International Airlines Group (IAG) ist, den ersten von 12 fest bestellten Doppelstock-Airbussen A380 am Londoner Heimatflughafen übernommen. In den Folgewochen wird die A380 Flugtests absolvieren und den Besatzungen zu Trainingszwecken dienen, um ab 24. September Linienflüge zwischen Heathrow und Los Angeles zu beginnen.
Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde gestern ebenfalls die Boeing 787 „Dreamliner“, von der British Airways 42 Exemplare bestellt hat, darunter 18 Optionen. Weiterhin sollen in den kommenden zehn Jahren sechs Boeing 777-300 sowie achtzehn A350 übernommen werden.
Bestellungen im Wert von 16 Milliarden Euro
Die Gesamtbestellung addiert sich nach Listenpreis auf 16,3 Milliarden Euro, wobei die Hersteller üblicherweise deutliche Mengenrabatte gewähren. Zugleich kündigte BA an, die heutige Flotte von Boeing 747-400 und Boeing 767 nach und nach aus Alters- und ökonomischen Gründen aus dem Verkehr zu ziehen. So ist ein Teil der Jumbo-Passagierflotte bereits zwanzig oder mehr Jahre alt, entsprechend hoch ist der Kerosinverbrauch der Flugzeuge.
Für die Frachtsparte IAG Cargo verbessern sich aufgrund der Flottenmodernisierung die Transportbedingungen. „Dadurch können wir unseren weltweiten Kunden langfristige Kapazitätsgarantien geben“, so Frachtchef Steve Gunning von IAG Cargo. Zudem weist die Frachtsparte darauf hin, dass sowohl die 787 als auch die A380 in ihren Unterflurkammern verschiedene Temperaturzonen haben. Dank dieser Ausstattung eigneten sich die Flugzeuge speziell für die Beförderung von Spezialprodukten wie Pharmazeutika, Arzneimitteln und anderen sensiblen Waren. Diese müssen während der gesamten Lieferkette vom Absender bis zum Endkunden konstant gekühlt werden, um nicht zu verderben. Nach Aussage von IAG Cargo ermöglichen sowohl die 787 als auch die A380 in den Frachtkammern konstante Temperaturen, deren Schwankungsbreite innerhalb nur eines Grades Celsius während des gesamten Fluges liegt. (hs)