Die deutsche Nutzfahrzeug-Branche wartet seit Monaten auf ein Ende der Absatzkrise auf den wichtigen Märkten USA und Europa. Da scheint die Internationale Automobilausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge in der kommenden Woche (12. bis 19. September) in Hannover gerade Recht zu kommen, um einen Anschub zu geben. Doch wesentlich mehr als Zweck-Optimismus verbreitet der Verband der Automobilindustrie (VDA) nicht: "Wir hoffen, dass mit der IAA ein Ende der Talfahrt verbunden sein könnte", sagte kürzlich VDA- Geschäftsführer Kunibert Schmidt. "Es steht aber außer Frage, dass sich die Branche derzeit noch in einer alles andere als komfortablen Lage befindet", schränkte er sofort ein. Tatsächlich verzeichneten die deutschen Hersteller nach den kürzlich veröffentlichten Juli-Zahlen des VDA 4 Prozent weniger Bestellungen aus dem Inland und einen Rückgang um 8 Prozent aus dem Ausland. Die gesamte Nutzfahrzeugproduktion blieb mit 201 400 Einheiten um 13 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Offen bleibt, woher beim Inlandsmarkt der Anschub kommen soll. "Es gibt im Augenblick keine Aussicht, dass sich der negative Trend umkehrt", heißt es beim Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BLG), der 15 000 meist mittelständische Unternehmen vertritt. So trage neben der schwierigen konjunkturellen Lage auch das Thema Lkw-Maut zur Verunsicherung bei. "Und das ist nicht gerade eine Hilfe bei Investitionsentscheidungen." Nach einer BLG-Umfrage vom Frühjahr wollen nur 22 Prozent der Unternehmen in diesem Jahr in Fahrzeuge investieren, so wenig wie nie zuvor. (vr/dpa)
IAA soll Nutzfahrzeug-Branche aus der Talsohle ziehen
Nutzfahrzeugproduktion blieb im Juli um 13 Prozent hinter Vorjahr zurück