Hamburg. In Deutschland sollten - und müssten - in Zukunft wesentlich mehr Infrastrukturbauwerke privat finanziert werden. Nur so ließen sich die weiter wachsenden Gütermengen überhaupt bewältigen und die einmaligen gesamtwirtschaftlichen Chancen, die der expansive Welthandel nach sich ziehe, auch nutzen, stellte Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI), am Donnerstag Abend in der Elbe-Metropole fest. Straubhaar war Gastsprecher auf dem traditionellen Reeder-Essen des Verbands Deutscher Reeder (VDR), zu dem rund 200 Gäste aus der maritimen Wirtschaft, aus Behörden und Ministerien sowie aus der Politik erschienen waren. Straubhaar machte seine Finanzierungs-Aussagen vor dem Hintergrund der zu Wochenbeginn über die Bühne gegangenen 5. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK). Auf dieser Großveranstaltung wurde noch einmal deutlich, dass die Seehäfen, und zwar nicht nur in Deutschland, zu gefährlichen Nadelöhren werden könnten. Auch wenn in Deutschland bis 2012 vom Bund, den Ländern und den privaten Hafenunternehmen weit mehr als zwölf Milliarden Euro in den Aus- und Neubau der Hafeninfra- und -suprastruktur sowie die Verkehrsanbindungen der Häfen investiert werden sollen, stelle dieser Betrag angesichts der kühnen Wachstumsprognosen nur ein Tropfen auf den heißen Stein dar. Noch mehr Geld zu erwarten, zumal aus den praktisch leeren öffentlichen Kassen, sei aber illusorisch. „Deutschland muss also neue Finanzierungsformen finden", stellte Straubhaar fest. Dieses private Kapital müsse dabei nicht „notwendigerweise" aus Deutschland selbst kommen. Internationales Kapital könne hierzu herangezogen werden. Auch das gehe laut HWWI-Direktor mit dem weiteren mit einem soliden Schrittmaß erfolgenden Ausbau der Infrastruktur einher: „Eine starke Multiplikatorwirkung zumal auf den nationalen Arbeitsmarkt." (eha)
HWWI-Direktor Staubhaar: Infrastruktur stärker privat finanzieren
Private Finanzierung von Infrastrukturbauwerken ein Muss zur Bewältigung der weiter wachsenden Gütermengen