Warschau. Die Beförderung von gefährlichen Gütern auf Polens Straßen und Schienen weist erhebliche Mängel und Risiken auf, so die gerade veröffentlichten Ergebnisse einer breit angelegten Kontrolle, die zwischen Juli und Dezember 2002 im ganzen Land stattgefunden hat. In dieser Zeit, so der Kontrollbericht, ereigneten sich in Polen bei Gefahrguttransporten 100 Unfälle, in 36 Fällen kam es zum Austritt von gefährlichen Substanzen. 60 Prozent der gut dreitausend überprüften Lkw und Eisenbahnwaggons, in denen gefährliche Substanzen transportiert werden, hatten keinerlei Feuerlöschvorrichtungen. Jedes fünfte Transportmittel dieser Art war laut dem Bericht als solches nicht gekennzeichnet. Jeder zehnte Gefahrguttransport wurde ohne jegliche Begleitpapiere durchgeführt. In 41 Fällen standen Lkw-Fahrer unter Alkoholeinfluß. Die meisten polnischen Städte, auch Warschau, so die Kontrollergebnisse, weisen kein einziges Schild auf, das an irgendeiner Stelle das Passieren von Gefahrguttransporten verbieten würde. Eine Verbesserung der Situation erhofft man sich auf Grund der ab dem 1. Januar 2003 geltenden Bestimmung, daß alle polnischen Transportunternehmen, die Treibstoffe, ätzende Chemikalien, Farben, Lacke und andere gefährliche Stoffe befördern, einen Gefahrgutberater unter Vertrag haben müssen. (vr/jt)
Hohe Risiken bei Gefahrguttransporte in Polen
Unzureichende Vorschriften und fehlendes Gefahrenbewusstsein bei Transporten