Göteborg. Das Truck & Bus World Forum in Göteborg stand im Schatten der Krise. Neben dem angesetzten Hauptthema – Nachhaltigkeit beim Transport in der Globalen Wirtschaft – dominierte die angespannte Marktsituation die Diskussionen an den beiden Konferenztagen am 8. und 9. Dezember. „Die finanzielle Krise hat alle LKW-Hersteller hart getroffen“, bestätigte Daimler-Trucks-Chef Andreas Renschler. Trotz starker Rückgänge in Märkten wie Indien oder Russland, sind laut Renschler wichtige Absatzgebiete wie China und Brasilien noch stabil. Für ihn zeigt die Krise aber auch Lösungsansätze, die es weiterhin zu verfolgen gilt. Mit einem langen Atem und großem Durchhaltewillen sollten sich die Hersteller in den Märkten lokale Partner suchen und gemeinsam ein kundenspezifisches Angebot offerieren. „Eine ‚One size fits all’-Lösung wird keinen Erfolg haben“, betont der Daimler-Manager.
Neben den Absatzproblemen bewegen auch die künftigen Antriebstechniken die LKW-Hersteller. Um Alternativen zum reinen Diesel zu etablieren, ist laut Renschler der gemeinsame Wille von LKW-Produzenten, Regierenden und Energieanbietern gefordert. Konsens forderte Volvo-Chef Leif Johansson auch wenn es darum geht, die künftig steigenden Warenmengen zu transportieren. „ Die Intermodalität des Transports ist der einzige mögliche Weg“, machte der Schwede deutlich. Vermerkte allerdings auch, dass die überwiegende Mehrzahl der Transportwege kürzer als 300 Kilometer lang sind.
Eine weitere Herausforderung wird die Umsetzung der Euro-6-Norm. Nicht nur der MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson hofft, dass dies die letzte Abgasvorgabe sein wird. Da weitere Verschärfungen nur Veränderungen im Kleinstbereich bedeuten würden. Wichtiger wäre es, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) .weiter zu verringern. Zum Beispiel mit dem Modularen Konzept, dass laut Samuelsson Ersparnisse von 20 bis 25 Prozent an CO2 pro Tonnenkilometer einfahren kann. Mit optimierter Aerodynamik könnten die langen LKW-Kombinationen sogar die Bilanz um mehr als 30 Prozent verbessern. (rs)