Hermes will Österreichs Paketmarkt erobern – 20 Prozent Marktanteil

14.03.2007 15:52 Uhr
Hermes172
Der Götterbote unter den Kep-Diensten will auch in der Alpenrepublik aktiv werden (Foto: Hermes)

Die Hermes Logistik Gruppe will nach Erfolgen auf dem deutschen Paketmarkt nun der Österreichischen Post Marktanteile abjagen.

Hamburg. Bis zum Markteintritt am 1. Juli 2007 will die Tochterfirma des Versandhändlers Otto mit fünf Verteilzentren, 35 Niederlassungen und 1000 Paketshops in Österreich einsatzbereit sein, sagte Geschäftsführer Hanjo Schneider am Mittwoch in Hamburg. Bis zum Jahr 2008 wolle Hermes einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent der Sendungen von Unternehmen an Privatpersonen (B-to-C) und im Privatkundengeschäft (C-to-C) erreichen. Hermes befördert in Deutschland jährlich mehr als 230 Millionen Sendungen. „Die Erfahrungen in Deutschland haben gezeigt, dass Wettbewerb von Versendern und Kunden gleichermaßen positiv aufgenommen wird“, sagte Schneider. Bisher hat nach Angaben des Hamburger Logistikdienstleisters die Österreichische Post einen Anteil von mehr als 90 Prozent. Die Otto-Tochterfirma hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, ihr Europageschäft auszubauen und einen Einstieg in Italien, Spanien oder Österreich zu prüfen. In England und Frankreich ist das Unternehmen bereits präsent. Auf dem Heimatmarkt ist die Gruppe, die etwa die Hälfte ihres Geschäfts mit Sendungen der Otto Group macht, einer der schärfsten Post-Konkurrenten. Mit rund 13.000 Paketshops verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben mittlerweile über ein dichteres Netz als die Post. Im vergangenen Jahr hat Hermes in Deutschland vor allem beim Geschäft mit Privatpaketen deutlich zugelegt. „Mit einem Mengenzuwachs von 79 Prozent auf 23,6 Millionen Sendungen haben wir den Abstand zum derzeitigen Marktführer deutlich verringert“, sagte Schneider. Marktführer in Deutschland ist die Deutsche Post. Das Gesamtaufkommen der Sendungen stieg um 10,3 Prozent auf 235 Millionen. Der Bruttoumsatz des Unternehmens wuchs um 11,5 Prozent auf rund eine Milliarde (Netto: 872 Millionen) Euro. „Wir hatten wirtschaftlich das beste Jahr der Hermes-Gruppe“, sagte Schneider. Nähere Angaben zu Geschäftszahlen machte Hermes nicht. Das Unternehmen sei aber in der Lage, Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. Scharfe Kritik übte Schneider an der Bundesregierung. Im Hinblick auf das bislang für Ende 2007 geplante Ende des Briefmonopols der Deutschen Post forderte Schneider ein klares Bekenntnis. Es sei unerträglich, dass wieder über einen möglichen Aufschub debattiert werde. Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hatte Anfang des Jahres angeregt, das Monopol beizubehalten, sollte es keine einheitliche Regelung für die EU geben. „Wir brauchen Verlässlichkeit“, sagte Schneider. Es gebe keine Notwendigkeit, die überfällige Liberalisierung in Frage zu stellen.

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.