Hamburg. Der Hamburger Hafen wächst wieder kräftig. Der Güterumschlag legte im ersten Halbjahr um 6,6 Prozent auf 72,6 Millionen Tonnen zu, teilte das Hafen Hamburg Marketing (HHM) am Montag in der Hansestadt mit. Der wichtige Containerumschlag im größten deutschen Hafen erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 4,8 Millionen Standardcontainer (TEU). Damit baute der Hamburger Hafen seinen Marktanteil unter den großen Containerhäfen Nordwesteuropas von 25,7 auf 26,7 Prozent. Gleichzeitig könnte der Hafen am Jahresende den bisherigen Rekordumschlag der Jahre 2007 und 2008 mit jeweils knapp 10 Millionen TEU erstmals wieder erreichen.
Mit 51,6 Millionen Tonnen sorgt der Stückgutumschlag im ersten Halbjahr für ein Plus von 8,8 Prozent. „Ein außergewöhnlich starkes Wachstum sehen wir beim Umschlag von beladenen Containern: 4,2 Millionen volle Boxen wurden an den Hamburger Kaimauern abgefertigt. Das sind 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr und mehr, als je in der Hafengeschichte im ersten Halbjahr umgeschlagen wurden“, betonte Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing (HHM). Der Umschlag leerer Container verzeichnet mit 588.000 TEU einen leichten Rückgang von 2,1 Prozent. Das insgesamt überdurchschnittlich gute Ergebnis beim Containerumschlag ist nach Angaben des Hafens auf einen starken Export mit insgesamt 2,3 Millionen TEU (+ 6,3 Prozent) und einen ebenfalls sehr starken Import mit 2,5 Millionen TEU (+ 7,4 Prozent) zurückzuführen. Wichtigster Wachstumsträger im Containerverkehr waren der deutlich anziehende Handel mit China, der die 1,4 Mio. TEU-Grenze durchbrach. Auch die Verkehre mit Polen (plus 33,5 Prozent) und Finnland (9,4 Prozent) entwickelten sich überdurchschnittlich gut.
Störungen im Russlandhandel
An den Störungen im Russlandhandel kam der Hamburger Hafen nicht vorbei. Der Containerverkehr zwischen Hamburg und russischen Häfen erreicht im ersten Halbjahr 330.000 TEU und bleibt damit 3,8 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Russland ist nach China der zweitwichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens im Containerverkehr. Im zweiten Halbjahr könnte sich der Handelskrieg noch stärker auswirken. Allein die vom russischen Boykott betroffenen Waren summieren sich in Hamburg auf 40.000 TEU pro Jahr.
Ungebrochen ist der Trend zu mehr Großschifffanläufen. Fast 250 Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von mehr als 10000 TEU liefen die Hansestadt an – 27 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Klasse von 8000 bis 9999 TEU gab es ein Minus von 14 Prozent, bei den Containerschiffen von 6000 bis 7999 TEU ein Minus von 35 Prozent. Die Zunahme von Großschiffanläufen sorgte im ersten Halbjahr für ausgeprägte Arbeitsspitzen und für Verzögerungen beim Umschlag. Mit 50 zusätzlichen Mitarbeitern beim Containerterminal HHLA und 60 Neueinstellungen in der Gesamthafenbetriebsgesellschaft soll dieser Trend gestoppt werden.
Entscheidend für die Zukunft des Hafens wird die Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne, weil immer mehr Großschiffe mit 12.000 Containern und mehr nach Hamburg kommen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mehrere Tage über die Elbvertiefung verhandelt und will am 2. Oktober über die Klagen der Umweltverbände gegen das Projekt entscheiden. (dpa/sno/hel)
Artikel am 18.8.2014 um 14:40 Uhr aktualisiert.