Hamburg Süd transportiert mehr Ladung - für weniger Geld

20.04.2010 15:01 Uhr
Hamburg Süd
Hamburg Süd musste trotz Krise nach eigenen Angaben keinen nennenswerten Stellenabbau vornehmen
© Foto: Arndt

Hamburg Süd transportierte im ersten Quartal 2010 drei Prozent mehr als vor der Krise im Vergleichzeitraum 2008 / Reederei rechet in diesem Jahr mit Gewinn

Hamburg. Die Reederei Hamburg Süd hat in den ersten Monaten des Jahres 2010 wieder mehr Ladung transportiert als vor der Krise. Verglichen mit den gleichen Monaten des Jahres 2008 lag das Aufkommen in der Container-Linienschifffahrt um drei Prozent höher, teilte die Geschäftsführung am Dienstag in Hamburg mit. Allerdings bekommt die zum Oetker-Konzern gehörende Reederei weitaus weniger Geld für den Transport der Container. "Anders als die Ladungsmengen haben die Frachtraten das Vorkrisenniveau bei weitem noch nicht wieder erreicht", sagte Joachim A. Konrad, der Geschäftsführer für die Linienschifffahrt. Nach wie vor sei der Markt durch Überkapazitäten gekennzeichnet, die erst bis 2012 oder 2013 abgebaut werden könnten. Im Krisenjahr 2009 erlitt die Hamburg Süd einen Umsatzeinbruch von 28 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und rutschte trotz massiver Sparmaßnahmen in die Verlustzone. Der Containertransport im Liniengeschäft ging um 13 Prozent auf 2,3 Millionen Standardcontainer (TEU) zurück und lag damit etwas unter dem weltweiten Rückgang des Containerverkehrs von 15 Prozent. Härter noch traf die Oetker-Reederei aber der Absturz der Frachtraten um 21 Prozent. "Wir konnten den Verlust bei diesen schwierigen Rahmenbedingungen in Grenzen halten und werden in diesem Jahr wieder einen Gewinn erwirtschaften", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Ottmar Gast. Die Höhe ihrer Gewinne verrät die Oetker-Gruppe generell nicht. Die Hamburg Süd reagierte auf die ungewohnte Krise mit drastischen Kostenreduzierungen. Durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen konnten die Kosten um rund 300 Millionen Euro reduziert werden, sagte Gast. Vor allem das "Slow Steaming", eine geringere Reisegeschwindigkeit auf langen Strecken, half beim Sparen. Dazu musste die Reederei allerdings zusätzliche Schiffe einsetzen, um die Fahrpläne ihrer Liniendienste einhalten zu können. Trotz des wirtschaftlichen Drucks wurde ein nennenswerter Stellenabbau vermieden, um die Kompetenz und die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten. So wurde der Personalbestand an Land lediglich um 14 Mitarbeiter auf 3597 reduziert. Auf See stiegen die Beschäftigten um 31 Mitarbeiter auf 1194 Seeleute infolge der Ablieferung von Neubauten. Insgesamt vergrößerte sich so der Personalbestand um 17 Personen auf 4791 Mitarbeiter."Wir wollen die Kompetenz und Motivation der Mitarbeiter erhalten", sagte Gast. Der Markt für die Containerschifffahrt werde sich erholen und dann würden die Mitarbeiter gebraucht. Die Reederei betreibt Liniendienste mit knapp 100 Schiffen und einer Kapazität von rund 300.000 TEU. (dpa/ab)

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