Hamburg. Die weltwirtschaftliche Abkühlung in Folge der europäischen Staatsschulden- und Bankenkrise hat dazu geführt, dass sich das Wachstumstempo in den deutschen Seehäfen verlangsamt. 2012 wird der Gesamtumschlag voraussichtlich um etwa 3 Prozent auf 304 Millionen Tonnen steigen, nachdem er im ersten Halbjahr 2012 noch um rund 5 Prozent zugelegt hat. Diese Zahlen präsentierte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am Donnerstag. Für das Jahr 2013 rechnet der ZDS mit einer Zunahme des deutschen Seegüterumschlags um etwa 1 bis 3 Prozent.
Der ZDS kritisiert, dass der Investitionsrahmenplan 2011 – 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes keinen Schwerpunkt für Seehafenanbindungen vorsieht. „Von einer besonderen Berücksichtigung der Hafenanbindungen kann daher keine Rede sein“, heißt es in einer Pressemitteilung des ZDS, der auf die Ankündigungen im Koalitionsvertrag, das Nationale Hafenkonzept sowie den Aktionsplan Güterverkehr und Logistik des Bundesverkehrsministeriums verweist. Dort sei festgeschrieben, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen durch die zügige Optimierung der seewärtigen Zufahrten und den gezielten Ausbau der Hinterlandanbindungen sichergestellt werden solle.
Stopp der Elbvertiefung zeige fehlende Planungssicherheit
Der Verband kritisierte den vorläufigen Stopp der Elbvertiefung aufgrund eines Beschlusses des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts, das den Eilanträgen von Umweltverbänden statt gegeben hatte „Wenn eine verlässliche Realisierung bei Projekten, die ein häufig mehrjähriges Planfeststellungsverfahren erfolgreich abgeschlossen haben, nicht mehr gegeben ist, hat dies äußerst negative Auswirkungen auf die Planungs- und Investitionssicherheit der Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland“, schreibt der ZDS.
Im Hinblick auf eine künftige europäische Hafenpolitik hat der ZDS die ersten Ergebnisse des Konsultationsverfahrens der EU-Kommission begrüßt. Die Auswertung einer ersten Fragebogenaktion habe deutlich gemacht, dass 80 Prozent der an der Aktion beteiligten Hafenkunden mit den Dienstleistungen der Häfen zufrieden sind. Daher sei kein Regelungsbedarf im Umschlagbereich zu erkennen. (diwi)