Zeebrügge. Auch der flämische Hafen Zeebrügge gerät beim Umschlag in den Abwärtssog der Weltwirtschaftskrise. Wie die Hafenverwaltung MBZ jetzt mitteilte, wurden in den ersten drei Monaten des neuen Jahres 8,1 Prozent weniger Güter umgeschlagen als im ersten Quartal 2008. Als Gesamtergebnis weist der Küstenhafen 9,5 Millionen Tonnen aus. Wie stark der zweitgrößte belgische Hafen getroffen wurde, zeigt sich beim Blick auf die Geschäftsfelder, in denen Zeebrügge in den zurückliegenden Jahren besonders stark zugelegt hatte. So brach der KFZ-Umschlag geradezu ein. Mit 300.000 Fahrzeugen wurden im aktuellen Berichtszeitraum rund 46,2 Prozent weniger Autos umgeschlagen als vor einem Jahr. Zeebrügge hatte 2008 noch seine Position als Europas umschlagstärkster Fahrzeug-Hafen gefeiert. Auch die Ro/Ro-Aktivitäten wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Hier wirkt sich die starke Ausrichtung auf den englischen Markt aus, der seinerseits von einer starken Depression der britischen Volkswirtschaft geprägt ist. Mit zwei Millionen Tonnen Ro/Ro-Ladung wurden gut 36,1 Prozent weniger Güter über die Kaikante bewegt. Der Containerumschlag schrumpfte im Berichtszeitraum auf TEU-Basis um 9,9 Prozent auf 493.000 Standardcontainer (TEU). Ein Lichtblick stellt für die MBZ die Umschlagentwicklung beim Flüssigladung dar. So legte der Umschlag von Flüssiggas LNG um 38,1 Prozent zu. Konventionelles Stückgut verbesserte sich um 5,9 Prozent auf 185.000 Tonnen, bei trockenen Massengütern beträgt der Zuwachs acht Prozent auf 419.000 Tonnen. (eha)
Hafen Zeebrügge: Umschlagrückgänge bei Autos und Ro/Ro-Ladung
Auch beim Gesamtumschlag musste Belgiens Nummer zwei Federn lassen