Hafen Rotterdam: Euromax-Terminal eröffnet

09.09.2008 10:08 Uhr

2,3 Millionen TEU neue Umschlagkapazität stehen zur Verfügung – Spezielle Kapazitäten für Feeder – und Binnenschiffe -

Rotterdam. Der Rotterdamer Hafen hat die Weichen für ein weiteres Wachstum im Containerumschlag gestellt. Mit einem großen Festakt, zu dem sich rund 1500 Gäste aus dem In- und Ausland einfanden, wurde der erste Ausbauabschnitt des neuen, knapp eine Milliarde Euro teuren Containerterminals Euromax seiner Bestimmung übergeben. Betreiber des Terminals ist das zur fernöstlichen Hafengruppe Hutchinson Port Holdings (HPH) gehörende Rotterdamer Unternehmen ECT. Der Terminal wird in den kommenden Jahren schrittweise um drei weitere Sektionen ergänzt. Nach Abschluss aller Arbeiten soll der Terminal über eine Kaimauer von 4,2 Kilometer verfügen. Damit käme der Terminal auf eine theoretische jährliche Umschlagleistung von sechs bis sieben Millionen Standardcontainer (TEU). Rotterdam brachte es 2007 auf gut 10,7 Millionen TEU. Bereits in der ersten Ausbaustufe stehen für den Umschlag rund 1,5 Kilometer Kaimauer zur Verfügung. Das Terminalareal umfasst gut 84 Hektar. In seinem aktuellen Ausbauzustand kann ECT mit dem Euromax-Terminal auf eine Jahres-Umschlagkapazität von gut 2,3 Millionen TEU zurückgreifen. Diese Kapazität wird nach dem jetzt erfolgenden, schrittweisen Hochfahren der Anlage Anfang 2009 zur Verfügung stehen. Einmal vollständig ausgebaut, soll der Terminal über eine Umschlagleistung von sechs bis sieben Millionen TEU im Jahr verfügen. Der Bau der drei anderen Ausbaustufen in Rotterdam wird sowohl auf der bereits vorhandenen Maasvlakte 1 als auch der künftigen Hafenerweiterungsfläche II (MV II) erfolgen. Dies beträfe den vierten Ausbauabschnitt, der rund 1,8 Km Kaimauer einschließen würde. Wann diese Kapazitäten allerdings zur Verfügung stehen werden, hängt auch vom Baufortschritt auf der MV II ab. Die Vorarbeiten zum Bau dieser fast 2000 Hektar (brutto) großen Fläche, die vollständig dem Meer abgerungen wird, beginnen in diesen Tagen. Der neue Euromax-Terminal erlaubt die Abfertigung auch der größten bereits in Fahrt befindlichen Containerschiffe und verfügt zum Beispiel hinsichtlich des vor Ort vorgehaltenen Tiefangs über entsprechende Reserven. Aktuell liegt die Wassertiefe bei 16,65 Meter, doch kann sie auf bis zu 20 Meter ausgebaggert werden, sollten eines Tages Schiffe mit einem noch größeren Tiefgang in Fahrt kommen. Die Container- und Binnenschiffe werden – erstmals an einem Containerterminal in Nordwesteuropa – an einem gesonderten Kaiabschnitt abgefertigt. Dafür stehen Spezial-Containerbrücken zur Verfügung, die deutlich kleiner ausfallen als die Anlagen für die Großcontainerschiffe. Der Terminal arbeitet vollautomatisch. Es war ECT, das vor 20 Jahren mit diesem Konzept weltweit eine Pionierrolle übernommen hatte und weiterentwickelt hat. Parallel zu dem neuen Euromax-Terminal nahm ECT auch den neuen Delta Barge Feedder Terminal (DBF) in Betrieb. Er ist Bestandteil des ebenfalls auf der Maasvlakte I gelegenen ECT Delta Terminals. 840 Meter Kaimauer sind hier ausschließlich für den Kurzstreckenseeverkehr und die Binnenschifffahrt bestimmt. Der Terminalbetreiber rechnet mit rund 700.000 Containerbewegungen über diese neue Umschlageinrichtung im Jahr. (eha)

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