Hafen Kiel: „Wir dürfen noch zufrieden sein!“

15.01.2010 10:04 Uhr
Schwedenkai
Das neue Terminal am Schwedenkai soll im zweiten Halbjahr 2010 fertig sein
© Foto: Arndt

Umschlag des Ostseehafens liegt 2009 um knapp ein Prozent unter dem Vorjahresergebnis

Kiel. „In Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen 2009 dürfen wir mit dem Ergebnis noch zufrieden sein.“ So kommentiert Dirk Claus, der Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH, das Umschlagergebnis 2009 im Hafen der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Rund 4,86 Millionen Tonnen gingen im Berichtsjahr über die Kaikanten nach 4,91 Millionen Tonnen im Vorjahr. Erneut habe der Hafen vom breiten Ladungsmix profitieren können, so Claus im Gespräch mit der VerkehrsRundschau. Als „gelungen“ bezeichnete Claus den 2009 erfolgten Einstieg in das Containergeschäft. Es handelt sich dabei um eine sehr anspruchsvolle Logistikkette, die in Kasachstan beginnt, im Bahnverkehr bis nach Riga/Lettland geführt, per Seeschiff nach Kiel geleitet wird, um von dort ins europäische Hinterland weiterverteilt zu werden. Transportiert wird Ferroalloy, ein wichtiger Zuschlagsstoff für die Hersteller hochwertiger Stahlprodukte. Gut 5000 Container wurden 2009 über Kiel verladen. „Mit der weiteren Verbesserung des konjunkturellen Umfeldes wird sich auch die Nachfrage nach Stahl wieder ansteigen. Wir gehen derzeit von einer Verdoppelung des Umschlages in diesem speziellen Geschäft für 2010 aus.“ Darüber hinaus bemühe sich der Hafen darum, weitere Containerverkehre zu gewinnen, betonte Claus. Eine kleine Erfolgsgeschichte war 2009 auch der Ro-Ro-Verkehr nach Litauen, der gegen den allgemeinen Trend – erhebliche Probleme der Volkswirtschaften der Baltischen Republiken – zulegen konnte. Claus: „Die Reederei DFDS hat sicherlich durch eine kluge, marktgerechte Preispolitik Verkehre nicht nur sichern, sondern auch hinzugewinnen können.“ Zudem wurden Verkehrsmengen, die über einen bislang von Dänemark aus geführten Dienst der Reederei, nach Kiel gezogen, um sie von dort weiter nach Litauen zu befördern. Last but not least habe sich auch der Einsatz der neuen, sehr leistungsstarken Ro-Pax-Fähre „Lisco Maxima“ positiv auf die Verkehrsentwicklung ausgewirkt. Insgesamt sechs wöchentliche Abfahrten bietet die Reederei auf der Achse Kiel- Klaipeda (Memel). Die Abfertigung des Litauen-Verkehrs erfolgt im Ostuferhafen, über den 2009 einschließlich der anderen Dienste rund 2,3 Millionen Tonnen umgeschlagen wurden – ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Hafen baut aktuell den neuen Terminal am Schwedenkai. Claus rechnet mit seiner Fertigstellung spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2010. Der strenge Winter führe zu gewissen Verzögerungen. Nutznießer des neuen Terminals werde auch der Frachtverkehr sein, da die Abläufe wesentlich besser erfolgen können. Für 2010 plant der Seehafen Kiel rund zehn Millionen Euro an Investitionen. „Wir werden das, was nötig ist, anpacken. Aber wir schieben auch eine Reihe von Ausgaben“, sagte Claus. Den Hafenkunden kam der Hafenbetrieb unter anderem durch ein „Einfrieren“ der Hafenentgelte für 2010 entgegen. „Darüber hinaus haben wir natürlich mit den wichtigen Großkunden Sonderabsprachen“, ergänzte Claus. (eha)

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