Hamburg. Im vergangenen Jahr hat der Hamburger Hafen mit 110 Millionen Tonnen rund 30 Millionen Tonnen weniger Fracht umgeschlagen als 2008. Das entspricht einem Minus von 21,4 Prozent. Beim Containerverkehr liegt der Einbruch in einer ähnlichen Größenordnung: 2009 wurden 7,01 Millionen Standardcontainer umgeschlagen, das sind 28 Prozent weniger als im Vorjahr. „Es gibt keinen Hafen in der Nordrange, der so sehr gelitten hat wie der Hamburger Hafen“, musste Claudia Roller, Vorstandsvorsitzende von Hafen Hamburg Marketing, bei der Präsentation der Jahreszahlen am Donnerstag in Hamburg eingestehen. Marktanteile, die sich der Hafen Hamburg in den letzten Jahren erobert hat, seien innerhalb nur eines Jahres verloren gegangen. Allerdings zeichnete sich bereits im zweiten Halbjahr 2009 eine leichte Entspannung der Situation an. Roller: „Die Talsohle ist definitiv durchschritten.“ Als wichtigste Gründe für den dramatischen Einbruch nannte Roller die schwache wirtschaftliche Entwicklung in China und Russland. Beide Länder gehören zu den wichtigsten Zielmärkten. Rund ein Drittel der in Hamburg umgeschlagenen Container stammt aus China. Die Containermengen von und nach Russland sind 2009 um fast 55 Prozent eingebrochen. Bei China beträgt das Minus 27 Prozent. Besonders dramatisch sind die Verluste mit einem Minus von 44 Prozent beim Transhipment von Containern in die Ostsee. Hamburg hat im letzen Jahr massiv Feederverkehre an die Konkurrenten Rotterdam und Zeebrügge verloren. Für 2010 rechnet die Hafenbehörde aufgrund der wirtschaftlichen Erholung in Fernost mit einem moderaten Wachstum von drei bis vier Prozent. (diwi)
Hafen Hamburg hat 2009 über 21 Prozent im Seegüterumschlag verloren
Hafenbehörde sieht Talsohle durchschritten und rechnet mit drei bis vier Prozent Umschlagwachstum in 2010