Hafen Amsterdam: Erneut zweistelliges Wachstum im Containerbereich

09.01.2009 16:07 Uhr
Amsterdam 290
Im Jahr 2008 wuchs der Umschlag im Hafen Amsterdam um rund 10,2 Prozent (Bild: Arndt)
© Foto: eha

Für 2009 muss allerdings mit einem Mengenrückgang gerechnet werden

Amsterdam. Die Hafengruppe Amsterdam freut sich über ein erneutes, zweistelliges Wachstum im Containerbereich. Das konnte Hans Gerson, Direktor des Städtischen Hafenbetrieb Amsterdam (SHA), am Donnerstag Abend auf dem traditionellen Neujahrsempfang des Amsterdamer Unternehmerverbandes „ORAM“ verkünden. Auch mit dem Gesamtumschlag stehe die Hafengruppe, zu der neben Amsterdam auch die Spezialhäfen Velsen/Ijmuiden, Beverwijk und Zaanstad gehören, im Vergleich zu ihren Mitbewerberhäfen gut da. Für 2009 allerdings werde man sich auf einen Umschlagrückgang einzustellen haben, wobei niemand derzeit einschätzen könne, wie hoch dieser ausfällt, führte Gerson weiter aus. Auf TEU-Grundlage wuchs der Umschlag in Amsterdam, dem mit Abstand wichtigsten Hafen der Gruppe, im Berichtsjahr um gut 10,2 Prozent auf 424.880 Standardeinheiten. Die Containerladung brachte es auf ein Gesamtgewicht von 3,8 Millionen Tonnen (plus elf Prozent). Inzwischen hat es in der Anteilseignerstruktur des Ceres Paragon-Containerterminals eine Veränderung gegeben, auf deren Wirkung die Amsterdamer Hafenwirtschaft als Ganzes gespannt ist. So erwarb die Hutchison Whampoa-Gruppe (HWP) einen Mehrheitsanteil an dem bislang von der NYK-Gruppe betriebenen Terminal. Im Gegenzug bekamen die Japaner von einen Minderheitsanteil an ECT in Rotterdam. Unterm Strich fielen 2008 in der Gruppe rund 90,9 Millionen Tonnen an – ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Löwenanteil des Umschlags konzentrierte sich dabei auf Amsterdam mit gut 72,4 Millionen Tonnen (plus sieben Prozent). Auch in der Hafengruppe fand 2008 eine Zweiteilung der Umschlagentwicklung statt. Wies die Kurve für die ersten zehn Monate noch steil nach oben, so riss sie danach ab. Mit einem starken Zuwachs glänzte auch der Flüssigmassengut-Bereich. In Amsterdam fielen im Berichtszeitraum rund 28,7 Millionen Tonnen an Ölerzeugnissen an – ein Plus von 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wachstumsfördernd erwiesen sich dabei vor allem die Exporte in die USA. Auch habe Amsterdam davon profitiert, dass die Tanklagerkapazitäten im großen Stil ausgebaut wurden. Unter Druck stand in Amsterdam der Kohlenumschlag. Er ging im Berichtszeitraum um 4,2 Prozent auf 16,5 Millionen Tonnen zurück. Ein Grund dafür seien die hohen Lagerbestände auf den Terminals gewesen, berichte der SHA-Chef. Zu den mit Abstand wichtigsten Infrastrukturvorhaben der kommenden Jahre gehört aus SHA-Sicht der Bau einer weiteren großen Seeschleuse in Ijmuiden. Hier beginnt bzw. endet der rund 27 Kilometer lange Nordseekanal, über den die Hafengruppe mit der offenen See verbunden ist. Gerson: „Wir haben es nicht nur mit einer kontinuierlichen Zunahme bei den Schiffsanläufen zu tun, immerhin 2008 um gut 9,5 Prozent auf 5813 Schiffe.“ Die Frachter würden zudem immer größer und breiter. Das gelte sowohl für den Massengutbereich als auch für die stark wachsende Containersparte. Der niederländischen Staat, zuständig für den Bau der neuen Schleuse, müsse endlich eine Investitionsentscheidung treffen, mahnte Gerson namens der Hafenwirtschaft, aber auch der Stadt Amsterdam. Bei der Schleuse handelt es sich um ein auch in finanzieller Hinsicht großes Projekt. So wird die Schleusenkammer 70 Meter breit und rund 700 Meter lang sein. Die Kosten betragen nach derzeitigem Sachstand zwischen 600 bis 800 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die neue Kaiserschleuse in Bremerhaven, an der seit 2008 gebaut wird und die 2010 in Betrieb gehen soll, wird über eine Kammerlänge von 305 Meter bei einer Breite von 55 Meter verfügen und rund 233 Millionen Euro kosten. (eha)

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