Gurtmuffel: Lasterfahrer stark gefährdet

13.09.2006 00:00 Uhr

Kontrollen in NRW: Jeder Vierte Gurtmuffel ist ein LKW-Fahrer – fehlende Sicherheitssysteme in Lastern bergen zusätzliche Sicherheitsrisiken

Düsseldorf. Knapp 25.000 Gurtmuffel hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zwei Wochen bei verstärkten Kontrollen ertappt. Jeder Vierte war ein Lastwagenfahrer, wie das Innenministerium heute auf Anfrage in Düsseldorf mitteilte. „Da in LKW häufig Sicherheitssysteme wie Airbags fehlen, sind nicht angeschnallte Brummifahrer bei einem Unfall besonders gefährdet“, warnte Innenminister Ingo Wolf (FDP). Auch waren mehr als 700 Kinder gar nicht oder nicht richtig im Auto gesichert. Je größer und schwerer der Lastwagen desto seltener seien die Fahrer angeschnallt, stellten die Polizisten fest. „Ich kann mich doch abstützen!“ sei eine häufige Ausrede der Gurtsünder. „Die Fahrer irren sich, wenn sie glauben, allein auf Grund der Größe ihres Fahrzeugs geschützt zu sein“, sagte Wolf. Im vergangenen Jahr starben 32 Lastwagenfahrer bei Unfällen in NRW, 17 davon waren nachweislich nicht angegurtet. Zugleich wurden gut 1700 Fahrer leicht oder schwer verletzt. „Viele dieser Verletzungen hätten vermieden werden können, wenn der Gurt konsequent genutzt worden wäre“, resümierte Wolf. Bei der landesweiten Aktion „NRW mit Gurt“ achteten in den vergangenen beiden Wochen 11.500 Polizisten an 8600 Kontrollorten auf Gurtmuffel. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Lastwagenfahrern. Insgesamt kassierten die Kontrolleure knapp 23 000 Verwarngelder zu je 30 Euro und erstatteten fast 2000 Anzeigen. Die Anschnallpflicht für Autofahrer in Deutschland gilt seit 1976. Sie wurde 1992 auf Kleinlaster und Lastwagen ausgeweitet, im Jahr 1999 auch auf Reisebusse. (dpa/tz)

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