Goodyear nimmt wieder Fahrt auf

18.02.2010 17:53 Uhr
ddp
Bei Goodyear hat sich die Nachfrage erholt
©Foto: ddp

Einsparungen und niedrigere Materialkosten führten beim US-Reifenhersteller im Sommer 2009 zur Rückkehr in die Gewinnzone / 5700 Mitarbeiter mussten entlassen werden

Akron. Der US-Reifenhersteller Goodyear fasst wieder Tritt. "Die Nachfrage rund um die Welt hat begonnen, sich zu erholen", sagte Konzernchef Robert Keegan am Donnerstag in Akron, "und wir erwarten ein globales Wachstum 2010." Es gebe aber immer noch Schwachpunkte, wie etwa den eingebrochenen Markt für LKW-Reifen. Der Umsatz im vierten Quartal zog um 7 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar an. Gestiegene Verkäufe in Europa, Lateinamerika und Asien glichen dabei das weiterhin schwache Geschäft im Heimatmarkt mehr als aus. In Nordamerika schrieb Goodyear rote Zahlen. Unterm Strich blieben konzernweit aber 107 Millionen Dollar Gewinn hängen nach einem Verlust von 330 Millionen Dollar vor einem Jahr. Konzernchef Keegan begründete das vergleichsweise gute Ergebnis auch mit Einsparungen und niedrigeren Materialkosten. Goodyear hatte die Folgen der Absatzkrise in der Autoindustrie massiv zu spüren bekommen. Erst im Sommer gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Dabei blieb aber ein Teil der Belegschaft auf der Strecke, auch an den deutschen Standorten. Im vergangenen Jahr fielen rund 5700 Stellen weg - 700 mehr als ursprünglich geplant. Davon betroffen war auch die Reifenfabrik im hessischen Hanau. Goodyear beschäftigt hierzulande rund 7000 Menschen an sieben Standorten. Zu dem Konzern gehören unter anderem die Marken Dunlop und Fulda. Konzernchef Keegan deutete neuerliche Einschnitte an. "Wir werden die Kosten in 2010 weiter angehen", sagte er. Binnen drei Jahren will er eine Milliarde Dollar zusätzlich einsparen. Das alte Sparprogramm lag bei 2,5 Milliarden Dollar. Doch trotz der Bemühungen konnte das Management einen Jahresverlust von 375 Millionen Dollar nicht abwenden - zu stark war die Nachfrage eingebrochen. Goodyear gehört zu den schärfsten Wettbewerbern der deutschen Continental oder der französischen Michelin. Die Rivalen hatten mit den gleichen Schwierigkeiten wie die US-Amerikaner zu kämpfen. Auch hier war der Absatz eingebrochen und es fielen massiv Stellen weg. Die Hoffnung der Branche ruht nun unter anderem auf spritsparenden Reifen. (dpa)

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