Berlin. Die Gewerkschaft Transnet fürchtet bei einem Regierungswechsel in Berlin eine Zerschlagung der Deutschen Bahn. Auf einer Konferenz mit Bahn-Betriebsräten in Berlin lehnte der Gewerkschaftsvorsitzende Norbert Hansen eine Trennung von Netz und Betrieb strikt ab. Für den Fall, dass eine neue Regierung bei dem bundeseigenen Konzern entsprechende Pläne umsetzen wolle, drohte Hansen mit „zivilem Krawall“ bis hin zu Streiks. Auch Bahnchef Hartmut Mehdorn lehnt eine solche Trennung strikt ab. Die Überlegungen für eine Aufspaltung der Bahn stehen in Zusammenhang mit den Plänen für einen baldigen Börsengang des Verkehrskonzerns, der sich derzeit noch zu 100 Prozent im Besitz des Bundes befindet. Auf Drängen des Bundestags-Verkehrsausschusses befasst sich mit dem Thema auch ein Gutachten der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, das in der Woche nach der Bundestagswahl am 18. September veröffentlicht werden soll. Der Gewerkschaftschef warf insbesondere der FDP vor, in einem „seltsamen Wettbewerbswahn“ zu leben und eine „Total-Privatisierung“ des Schienennetzes betreiben zu wollen. Auf diese Weise würden rund 50.000 Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt, sagte Hansen, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bahn-Aufsichtsrates ist. Im gleichen Sinne äußerte sich der Vorsitzende des Bahn-Gesamtbetriebsrates, Günther Kirchheim. (dpa)
Gewerkschaft warnt vor Zerschlagung der Bahn
Transnet-Chef droht mit Streik: Keine „Totalprivatisierung“ der Deutschen Bahn