Frankfurt/Berlin. Die geplante Fusion der Bahngewerkschaften GDBA und Transnet sorgt für neuen Zoff mit der kleinen Konkurrenzgewerkschaft GDL. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, forderte die GDBA- Mitglieder am Montag auf, Mitglied in seiner Organisation zu werden. Die GDBA habe sich mit ihrer Entscheidung zur Verschmelzung mit der DGB-Gewerkschaft Transnet von ihrem bisherigen Dachverband, dem „dbb beamtenbund und tarifunion“ verabschiedet. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie eine Gewerkschaft, deren Mitglieder meist Beamte sind, und die seit mehr als 60 Jahren dem dbb angehört, zum bisherigen Erzrivalen wechseln kann“, erklärte Weselsky. Die GDL werde allen GDBA-Mitgliedern, die den zwangsweisen Übergang in die neue Verkehrsgewerkschaft nicht mitgehen wollen, einen Verbleib im Beamtenbund ermöglichen. Der Beamtenbund hatte die GDBA ausgeschlossen, nachdem die Bahngewerkschaft in der vergangenen Woche mehrheitlich die Fusion mit Transnet beschlossen hatte. GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel hatte daraufhin dem dbb-Chef Peter Heesen einen „Vernichtungsfeldzug“ vorgeworfen. Unter anderem seien innerhalb von 24 Stunden die Homepage der GDBA und der Zugriff auf die Mitgliederdatenbank abgeschaltet worden. Von der Konkurrenzgewerkschaft GDL hatte Hommel Solidarität eingefordert. (dpa)
GDL wirbt um Mitglieder von Konkurrenzgewerkschaft
GDL-Vorsitzender Weselsky: Nicht nachvollziehbar, wie Gewerkschaft zum bisherigen Erzrivalen wechseln kann