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GDL verzögert Streikauftakt bei Bahn

Die Lokführer sind heute normal zur Arbeit gegangen
© Foto: dapd/Mario Vedder

Die Lokführer lassen sich nicht in die Karten schauen / Wann und wo die Räder still stehen, halten sie weiter geheim


Datum:
21.02.2011
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Frankfurt/Main. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre angekündigten Warnstreiks bei der Bahn verzögert. Am Montag als erstem möglichem Streiktag rollten die Züge in ganz Deutschland, und die Pendler kamen wie gewohnt an ihre Arbeitsplätze. Der Vorstand der Gewerkschaft nannte bis zum Nachmittag in Frankfurt keinen Zeitpunkt und Ort für konkrete Aktionen. Mit ihrem Arbeitskampf will die GDL die einheitliche Bezahlung von Lokführern bei nahezu allen Bahnen in Deutschland erreichen.

Die GDL hatte nach dem Scheitern der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und sechs Privatbahnen Kampfmaßnahmen frühestens ab Montag angekündigt. Doch zu Wochenbeginn blieb es allerorten ruhig: "Wir haben aus der Zentrale keine Nachricht über einen Streikeinsatz erhalten", sagte der GDL-Chef für NRW, Frank Schmidt, am frühen Morgen. Die GDL-Bundessprecherin Gerda Seibert erneuerte das Versprechen ihres Vorsitzenden Claus Weselsky, die Kunden rechtzeitig zu informieren: "Rechtzeitig heißt, dass sich die Leute darauf einstellen können." Mit dieser Aussage wurde eine Streikaktion noch am Montag unwahrscheinlicher.

Die Deutsche Bahn sprach von einem "Versteckspiel" der GDL. "Die GDL führt die Kunden an der Nase herum", erklärte DB-Personalvorstand Ulrich Weber in Berlin. Warnstreiks der GDL träfen in jedem Fall die Falschen, nämlich die Kunden der Bahn. An die "Vernunft der GDL" appellierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Die Gewerkschaft müsse sich überlegen, ob die Auseinandersetzung auf dem Rücken von Fahrgästen ausgetragen werden könnte, sagte Ramsauer am Rande eines Besuchs am Montag in Frankfurt .

Die GDL fordert einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Dafür muss sich die GDL mit der Deutschen Bahn sowie privaten Unternehmen im Personen- und Güterverkehr einigen. GDL-Chef Claus Weselsky hatte betont, dass der erste Schritt im Arbeitskampf nicht länger als drei Stunden dauern solle.

Die GDL-Tarifkommission hatte die Arbeitskampfmaßnahmen Anfang Februar beschlossen. Einem bereits erstrittenen Branchentarifvertrag zwischen der Bahn, sechs großen Wettbewerbern und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sich die GDL nicht anschließen. Die Ergebnisse lägen erheblich unter den GDL-Forderungen und würden für die meisten Lokführer Verschlechterungen bringen.

Die EVG hielt der GDL einen "unverantwortlichen Umgang mit dem Recht auf Arbeitskampf" vor. Es sei völlig unverständlich, wie ein Warnstreik erst angekündigt und dann doch nicht ausgerufen werde, kritisierte EVG-Chef Alexander Kirchner. So werde das Streikrecht in Misskredit gebracht.

Die Deutsche Bahn erklärte erneut, dass fast alle Forderungen der GDL zum Flächentarifvertrag in den bilateralen Verhandlungen erfüllt seien oder eine Einigung nahe sei. Es sei widersinnig, mit der DB ausgerechnet das Unternehmen zu bestreiken, das bislang das Kernanliegen der GDL unterstützt habe und die bei den anderen zu erreichenden Tarifstandards einhalte, meinte Personalvorstand Weber.

Die Bahn hatte sich nach eigenen Angaben bereits am Wochenende für den Ernstfall gerüstet: Um die Auswirkungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten, wollte der Konzern mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter einsetzen. Das Unternehmen hatte auch mitgeteilt, jenen Kunden die Fahrkarten zu erstatten, die wegen streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen einen Zug nicht erwischten. (dpa)

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