Fregatte Bremen stellt mutmaßliche Piraten

20.08.2009 10:07 Uhr
ddp
Die deutsche Fregatte „Bremen“ hat im Golf von Aden vor Somalia ein mutmaßliches Piratenboot gestoppt.
© Foto: ddp

Piraten hatten Handfeuerwaffen, Sprengköpfe und Sprengstoff an Bord / Verteidigungs-Staatssekretär Schmidt: Bundeswehreinsatz mindestens noch zwei Jahre

Die deutsche Fregatte „Bremen“ hat am Mittwoch im Golf von Aden vor Somalia ein mutmaßliches Piratenboot gestoppt. An Bord des mit sechs Mann besetzten Schiffes seien Handfeuerwaffen vom Typ AK 47, Sprengköpfe für Panzerabwehrhandwaffen sowie Sprengstoff entdeckt worden, teilte die Bundeswehr mit. Die Waffen seien im Auftrag der EU-Operation Atalanta sichergestellt und der Sprengstoff vernichtet worden. Auf Anweisung des EU-Befehlshabers sei das Schiff zurückgegeben worden, weil den Insassen kein konkreter Pirateriefall zur Last gelegt werden konnte. Ihnen wurde gerade so viel Kraftstoff gelassen, um die somalische Küste zu erreichen, hieß es. Erst am vergangenen Freitag hatte die „Bremen“ im Golf von Aden einen Piratenangriff auf ein türkisches Frachtschiff verhindert. Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) geht davon aus, dass die Bundeswehr mindestens noch zwei Jahre mit der Anti- Piraten-Mission vor Somalia zu tun haben wird. Der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag) sagte er, die Bundeswehr sei gefordert, „solange die internationalen Seelinien am Horn von Afrika durch Piraten gefährdet sind“. Bisher sei ein Ende nicht abzusehen, deshalb werde die Bundesmarine „die nächsten zwei Jahre auf jeden Fall“ gebraucht. Es könne auf Dauer nicht erfolgreich sein, nur zu versuchen, die Piraten auf See vom Kapern abzuhalten, sagte Schmidt. „Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden - und die liegt an Land.“ In Somalia gebe es „praktisch keine staatliche Autorität“. Dieses Problem könne man nur durch Entwicklungshilfe und Polizeiausbildung lösen: „Das werden wir angreifen.“ (dpa)

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