Paris. Die sechs im Transportgewerbe präsenten französischen Gewerkschaften wollen ab der zweiten Dezemberhälfte landesweit und massiv Logistikterminals blockieren. Nachdem die jüngsten Lohnverhandlungen gescheitert waren, versuchen die Gewerkschaften mit den Blockaden höhere Löhne und Prämien durchzusetzen. Verlangt werden im Rahmen einer gemeinsamen Plattform ein Fahrerstundenlohn von zehn Euro, eine generelle Lohnerhöhung von vier Prozent für alle übrigen Gewerbebeschäftigten, die Heraufsetzung der Außendienstentschädigung um ebenfalls vier Prozent sowie eine Zugehörigkeitsprämie für Alle. An der letzten Verhandlungsrunde vom 26. Oktober hatte von Arbeitgeberseite nur der Spediteursverband TLF teilgenommen und dabei Erhöhungen von jeweils nur 2,5 beiziehungsweise 1,5 Prozent für die höheren Lohngruppen angeboten. Dies war von den Gewerkschaften einhellig als zu niedrig abgelehnt worden. Durch den Selbstmord zweier LKW-Fahrer, die bei der im Rhônetal ansässigen Transport- und Logistikgruppe Norbert Dentressangle beschäftigt waren, könnten sich die Fronten inzwischen zusätzlich verhärtet haben. Die eher gemäßigte Gewerkschaft CFDT sprach in dem Zusammenhang von „Drohungen", denen die Mitarbeiter dort jeden Tag ausgesetzt seien. Ferner würden die „Entlohnung und die familiäre Situation direkt durch veränderte Arbeitsverträge berührt", die man den Betroffenen „aufzwinge". Bei Dentressangle habe sich in diesem Jahr die Zahl der Beschäftigten um 2500 verringert, wogegen die Firmenleitung nur von 2000 sprach. Zweit Drittel von ihnen seien im Ausland beschäftigt gewesen, ein Drittel in Frankreich. (jb)
Frankreich: Blockaden von Logistikterminals ab Mitte Dezember geplant
Die sechs Transportgewerkschaften kündigen einen harten Kampf an, um höhere Löhne und Prämien durchzusetzen