Finnair stoppt Frachtflüge mit MD-11F

08.12.2014 11:26 Uhr

Finnair wird zum Ende dieses Jahres sämtliche Flüge mit MD-11-Frachtern einstellen. Das veraltete Flugzeugmuster lässt sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Helsinki. Finnair wird zum Ende dieses Jahres sämtliche Flüge mit MD-11-Frachtern einstellen. Betroffen sind Routen von Helsinki nach Hongkong, Hanoi und New York. Die Flugzeuge, es sind momentan zwei, werden an den Eigner, die finnische Nordic Global Airlines, zurückgegeben. An dieser ist Finnair mit einem Kapitalanteil von 40 Prozent beteiligt. Von Nordic war keine Stellungnahme zu erhalten, was mit den Frachtflugzeugen nach Rückgabe durch Finnair Cargo künftig passieren soll.

Zu hohe Betriebskosten

Das Aus für MD-11-Frachtflüge begründet Juha Järvinen, Geschäftsführer von Finnair Cargo mit der zunehmenden Unwirtschaftlichkeit dieses Flugzeugmusters. Sie seien angesichts weltweit rückläufiger Frachtraten und relativ hoher Betriebskosten nicht mehr profitabel zu betreiben und damit konkurrenzunfähig, so der Manager.

Mit dem Ausstieg aus dem MD-11F-Betrieb endet eine Ära bei Finnair. So war die Gesellschaft zusammen mit der damaligen Swissair Erstkunde des vom damaligen Herstellers McDonnell Douglas in Long Beach, Kalifornien, gefertigten Dreistrahlers. McDonnell Douglas gehört seit 1997 zum Boeing-Konzern.

Für die Frachtkunden von Finnair Cargo bedeutet die Entscheidung, dass das Unternehmen ab Anfang 2015 auf interkontinentalen Routen keine Hauptdeckkapazität mehr anbieten wird. Sämtliche Güter müssen ab dann im Unterflurbereich der Passagierflotte von Finnair befördert werden.

Ausgenommen von der Flottenentscheidung sind zwei A300-Frachter, die von der Gesellschaft weiterhin betrieben werden. Dies vor allem auf Flügen zwischen ihrem Drehkreuz Helsinki Vantaa und dem Brüsseler Flughafen Zaventem, wo Finnair seit April 2013 einen Sub-Hub unterhält. Diesen bedient sie auch mit firmeneigenen Airbus A340-Passagierflugzeugen.

Die Einstellung der MD-11F-Dienste steht auch im Zusammenhang mit Finnairs Entscheidung zum Kauf von elf Passagier-Airbus A350XWB sowie Optionen für weitere acht Flugzeuge dieses neuen Langstreckenmusters. Sie sind in der Lage, rund 19 Tonnen Cargo in den Unterflurräumen pro Flug mitzunehmen, weshalb Geschäftsführer Järvinen sie auch als „Mini-Frachter“ bezeichnet. Die ersten drei Einheiten werden im letzten Quartal 2015 an den europäischen Erstkunden Finnair von Airbus ausgeliefert. Sie sollen auf Umläufen zwischen Helsinki und Shanghai, Peking sowie Bangkok eingesetzt werden.

Dank der Entscheidung für die A350 erhöht sich die Zuladungskapazität für Frachtsendungen auf den transkontinentalen Routen der Linie zwischen 16 und 20 Prozent im Verhältnis zu heute. Derzeit beträgt der Anteil der Luftfracht am Gesamtumsatz von Finnair 17 Prozent auf allen von der Gesellschaft bedienten internationalen Strecken. (hs)

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