Paris. Der Fehlbetrag von Eurotunnel sei 2004 zwar von 1,89 Milliarden auf 810 Millionen Euro gesunken, teilte der Betreiber des Tunnels unter dem Ärmelkanal gestern mit. Allerdings sei der Fehlbetrag vor Sonderabschreibungen von 44 Millionen auf 250 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz ging auf vergleichbarer Basis von 821 Millionen auf 789 Millionen Euro zurück. Der harte Wettbewerb habe auf die Preise für LKW-Transporte gedrückt, hieß es. Präsident Jacques Gounon erklärte, er sei entschlossen, die Finanzlast auf ein Maß zu senken, dass das Überleben der Firma sichere. Eine Vorvereinbarung mit Gläubigern eröffne den Weg zu Kreditverhandlungen. Ohne eine Umschuldung wäre Eurotunnel 2007 pleite. Eurotunnel schafft es nicht, die ohne Staatshilfe finanzierten Baukosten aus dem Betrieb zu refinanzieren, und erstickt unter neun Milliarden Euro Schulden. Alleine 2004 fielen 438 Millionen Euro Kreditkosten an. Dem nach der „Aktionärsrevolte“ vom April 2004 eingesetzten Management gelang es nicht, mit Preisnachlässen und Kostensenkungen die Wende zu schaffen. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher hatte 1986 durchgesetzt, dass das Jahrhundertprojekt ausschließlich privat finanziert wird. (dpa)
Eurotunnel kommt nicht aus den roten Zahlen
Betreiber weist für das Jahr 2004 einen Fehlbetrag von 810 Millionen Euro aus