Hamburg. Die Containerterminal-Logistik-Gruppe Eurogate hat mit sechs Binnenhäfen Kooperationsverträge für ein Terminal Netzwerk geschlossen. Heute präsentierte Emanuel Schiffer, Vorsitzender der Eurogate-Gruppengeschäftsführung zusammen mit Vertretern der Binnenhäfen das Konzept in Hamburg. Ab dem 1. Januar 2009 fungieren die Häfen in Magdeburg, Minden, Dortmund, Gernsheim, Wiesau und natürlich der Neustädter Hafen in Bremen als verlängerte Eurogate-Terminals. Kunden können die Container am für sie nächstgelegenen Terminal abliefern oder abholen. Der Weitertransport durch Eurogate in die Seehafen und zurück erfolgt per Bahn, Binnenschiff oder LKW. Bis auf Wiesau verfügen alle Partnerterminals über trimodale Transportmöglichkeiten. „Wir wollen uns damit Luft verschaffen“, sagt Emanuel Schiffer. Wenn weniger Container am Seehafen stehen, weil sie sofort abtransportiert oder erst kurz vor der Beladung angeliefert werden, kann die Infrastruktur besser genutzt werden. Heute steht ein Container durchschnittlich sechs Tage bei Eurogate (Import/Export). Voraussetzung für den Erfolg ist, dass Spediteure und Reeder Eurogate auf elektronischem Weg die Information über die Destinationen der Container mitteilen. Nur dann können die Boxen gesammelt und zügig an den entsprechenden Binnenhafen weitergeleitet werden. „Die ersten Reaktionen der Spediteure und Reeder waren ausgesprochen positiv“, berichtet Schiffer, ohne Namen zu nennen. Die Eurogate Port Service GmbH hat mit den Standorten im Hinterland Kooperationsverträge geschlossen. Aber auch Minderheitsbeteiligungen und damit Investitionen in den Ausbau der Binnenhäfen schloss Schiffer nicht aus. Außerdem könnte das Netzwerk um weitere Terminals ergänzt werden. Die Entlastung der Seehäfen ist dringend notwendig, da sich der Liefer- und Abtransport der Container zu einem Nadelöhr im internationalen Güterverkehr entwickelt hat. Von 2000 bis 2007 steigen die Containermengen in den deutschen Seehäfen um 112 Prozent. Für 2025 werden 45,3 Millionen Standardcontainer (TEU) erwartet. Das sind 200 Prozent mehr als 2007. (dk)
Eurogate baut Inland-Containerterminal-Netzwerk aus
Die Anlieferung und Abholung der Container im Hinterland per Bahn, Binnenschiff und LkW soll dem Hamburger Standort wieder „mehr Luft verschaffen“