Berlin. Der Mineralölkonzern Total-Fina und Nutzfahrzeughersteller Daimler-Chrysler haben in Berlin die erste Tankstelle für Harnstoff eröffnet. Harnstoff, der unter der Bezeichnung „Ad Blue“ an speziellen Zapfsäulen getankt werden kann, ist das entscheidende Additiv für die sogenannte katalytische Reduktion. Mit dieser Technik, im Fachjargon SCR (Selective Catalytic Reduction) genannt, lassen sich die Stickoxid- und Rußemissionen von Lkw drastisch reduzieren (die VR berichtete in Ausgabe 40). Die Technik soll langfristig bei allen Nutzfahrzeugherstellern helfen, die Euro-4- und Euro-5-Norm zu erfüllen. SCR-Pionier DaimlerChrysler will bald eine zweite Pilot-Tankstelle für Erprobungsfahrzeuge in Stuttgart eröffnen und die Infrastruktur für den ungiftigen Stoff bis zum gesetzlichen Termin im Oktober 2006 zügig ausbauen. Schon auf der IAA 2004 wollen die Schwaben erste Lkw mit SCR-Technologie zeigen, gab DC-Nutzfahrzeugchef Eckhard Cordes auf der RAI in Amsterdam bekannt. Ab der ersten Jahreshälfte 2005 sollen laut Cordes erste Lastwagen mit SCR erhältlich sein. Hinsichtlich der Verfügbarkeit von „Ad Blue“ mache er sich keine Sorgen, so Cordes weiter. (jr)
Euro-4-Norm im Blick
Erste Pilot-Tankstellen für Harnstoff eröffnet.