Düsseldorf. Hierzu wurden Vorstände und Geschäftsführungen der Top-500-Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach ihren Einschätzungen, Erfahrungen und Aktivitäten in den ersten sechs Monaten nach der EU-Osterweiterung befragt. Insgesamt stehen 93 Prozent der befragten deutschen Manager der EU-Osterweiterung positiv gegenüber – ganz im Gegensatz zur deutschen Gesamtbevölkerung mit lediglich 28 Prozent. Der Untersuchung zufolge sind deutsche Unternehmen bereits sehr stark in den neuen EU-Ländern vertreten und planen diese Präsenz noch weiter auszubauen. 90 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über feste Geschäftsbeziehungen, wobei der Fokus vor allem auf der Realisierung von Kostenvorteilen liegt. Beispielsweise erwarten 98 Prozent der Unternehmenslenker, dass sie durch die Auslagerung von Geschäftsprozessen in die neuen EU-Länder von fallenden Lohnkosten profitieren werden. Die wichtigsten Investitionskriterien wie Marktwachstum, Marktvolumen und Infrastruktur haben sich spürbar verbessert. Positiv überrascht sind die Top-Manager von den Qualifikationen der Arbeitskräfte in den neuen EU-Staaten. Der Fortschritt in der Korruptionsbekämpfung, der Rechtssicherheit und bei EU-Investitionsförderungen bleibt jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Bei der Investitionsneigung der Unternehmen in einzelnen Ländern sind vor allem Polen und Tschechien in allen relevanten Bereichen "sichere Häfen". Bulgarien und Rumänien werden wegen niedriger Produktionskosten und billigen Arbeitskräften bevorzugt. Allein die Slowakei wird in nahezu allen Kriterien überdurchschnittlich positiv bewertet. 70 Prozent der Befragten gaben an, Informationsdefizite vor allem bei Umweltauflagen und EU-Fördermitteln zu haben. Unternehmen, die Vertriebsstrukturen und die Rekrutierung von Personal in den neuen Beitrittsländern planen, fehlt es vor allem an zuverlässigen Informationen über Infrastruktur (54 Prozent), Logistik (48 Prozent) und Arbeitsmarktbedingungen (48 Prozent). Der Studie zufolge planen 67 Prozent der Unternehmen zukünftig in den neuen EU-Staaten Vertriebsstrukturen zu errichten. 41 Prozent wollen den Einkauf vor Ort verstärken und 34 Prozent den Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten in Osteuropa. Einen vollständigen Produktionsabzug planen lediglich zehn Prozent der deutschen Unternehmen.
EU-Osterweiterung stärkt Wirtschaftsstandort Deutschland
Nach Meinung deutscher Top-Manager wird durch die EU-Osterweiterung der Wirtschaftsstandort Deutschland stark an Bedeutung gewinnen und das Wirtschaftswachstum ansteigen. Das geht aus dem aktuellen Top-Manager-Index (TMI) zur EU-Erweiterung der Unternehmensberatung A.T. Kearney und dem Institut für Unternehmensführung der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) hervor.