München. Die konjunkturelle Talfahrt und die Finanzkrise zeigen Wirkung auch auf die Transportbranche. So soll die Güterverkehrsleistung 2009 in Deutschland um 0,5 Prozent zurückgehen. Es wäre das erste Mal seit 1996, dass dieser Wert rückläufig ist. Das geht aus dem aktuellen Verkehrskonjunktur-Report 2008/2009 hervor, den ProgTrans und Prognos gemeinsam erstellt haben. Aber auch schon 2008 muss sich die Branche laut der Prognose der Baseler Verkehrsexperten auf ein geringeres Wachstum einstellen. Mit einer Zunahme in diesem Jahr in Höhe von 2,6 Prozent (Prognose für 2007: + 5,7 Prozent) befindet sich die Güterverkehrsleistung zwar klar im Plus, das aber vor allem dem starken ersten Halbjahr zu verdanken sei. Am besten kommt mit den sich verschlechternden Rahmenbedingungen der Straßengüterverkehr zurecht. Nach Aussagen des Reports wird die Güterverkehrsleistung per LKW im Jahr 2008 um 3,5 Prozent wachsen. 2009 ist mit einem Rückgang in Höhe von 0,2 Prozent zu rechnen. Eisenbahnen müssen sich mit schlechteren Zahlen begnügen: 2008 wird ein Plus von 1,5 Prozent bei der Verkehrsleistung prognostiziert, im kommenden Jahr steht ein Minus von 0,6 Prozent zu Buche. Die Binnenschiffer müssen sich sogar auf zwei magere Jahre hintereinander einstellen. Einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 0,8 Prozent (2008) folgt 2009 ein noch größeres Minus (-1,7 Prozent). Trotz der wirtschaftlichen Risiken nimmt der Transitverkehr in Deutschland sowohl 2008 (+ 3,1 Prozent bei der Verkehrsleistung) wie auch 2009 (+ 0,9 Prozent) zu. Der Anteil des Transitverkehrs an der gesamten Güterverkehrsleistung würde damit von 9 Prozent (1995) auf 16 Prozent (2009) steigen. Mit Folgen für die Verkehrswege: Dadurch wird „der Druck bei der Belastung auf den Infrastrukturen durch diese langlaufenden Verkehre ganz sicher nicht vermindert“, schreiben die Verkehrsexperten und mahnen damit vorsichtig Verbesserungen bei den Verkehrswegekapazitäten an. (cd/pi)
Erstmals seit 1996: Der Güterverkehr schrumpft 2009 wieder
Laut Vorhersage von ProgTrans und Prognos sinkt die Güterverkehrsleistung im kommenden Jahr um 0,5 Prozent