Elvis analysiert finanzielle Folgen der Mautausweitung für Spediteure

04.09.2018 10:42 Uhr
Daniel Markus
Daniel Markus, Leiter des Bereichs Elvis Consulting, hat mit seinem Team analysiert, welche finanziellen Folgen die Mautausweitung für Spediteure hat
© Foto: Elvis

Wie stark die Mautausweitung Spediteure trifft, hängt gemäß der Erhebung von der jeweiligen Transportregion ab.

Alzenau.  Wie stark Transporteure die Ausweitung der Lkw-Maut auf deutsche Bundesstraßen finanziell trifft, hängt von der Region ab, in der sie unterwegs sind. Zu diesem Ergebnis kommt der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (Elvis) in einer Analyse von mehr als 450.000 Transportverbindungen. Während die Mautkosten im Durchschnitt um 5,4 Prozent steigen, müssen Spediteure für Strecken in bestimmten Regionen bis zu 25 Prozent mehr zahlen. Insbesondere im Nahverkehr erhöhen sich laut Elvis erheblich.

Je nach Region sei der Anteil an Land- und Bundesstraßen im Verhältnis zur gesamten Straßeninfrastruktur unterschiedlich stark ausgeprägt.  Deutlich werde dies im Vergleich einzelner Verbindungen: Während die Kosten auf der Strecke zwischen Bremen und Berlin um ein Prozent steigen, müssen Spediteure für eine Fahrt zwischen dem Saarland und Baden-Württemberg 25 Prozent mehr zahlen. „Die zum Teil drastischen Unterschiede haben auch uns überrascht“, sagt Daniel Markus, Leiter des Bereichs Elvis Consulting. Insgesamt ist der Anteil an mautpflichtigen Strecken den Berechnungen zufolge bundesweit um durchschnittlich 4,98 Prozent gestiegen.  

Die Studie von Elivs zeigt zudem, dass vor allem der Nahverkehr von der Mautausweitung betroffen ist. In einem Radius von 25 Kilometern steigen die Kosten im Durchschnitt um 87 Prozent. Im Umkreis von 100 Kilometern beträgt der Mehraufwand im Mittel 26 Prozent. Erst ab einer Entfernung von circa 500 Kilometern stagnieren die Zusatzkosten bei durchschnittlich fünf Prozent.

Grundlage der Ergebnisse ist eine Analyse der Einzelverbindungen auf den innerdeutschen Transportlinien. Insgesamt 1,3 Millionen Berechnungen hatte lvisdafür angestellt. Alle 1.225.576 deutschen Straßen hatte der Verbund in ein Cluster eingeteilt, das aus 670 dreistelligen Postleitzahlgebieten besteht. Anschließend wurde für jedes Cluster der geographische Mittelpunkt bestimmt und die Entfernung der einzelnen Zentren zueinander berechnet. „Mithilfe des Modells können wir die Mautkosten für jede einzelne Verbindung exakt bestimmen“, sagt Markus. (sno)

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