Überraschend hat sich die EU-Kommission jetzt in das Projekt "Eiserner Rhein” eingemischt. Sie verlangt Untersuchungen über die Umweltauswirkungen, die eine Wiederbelebung der ausrangierten historischen Güterschiene zwischen dem Ruhrgebiet und dem belgischen Großhafen Antwerpen mit sich bringen würde. Die Verkehrsminister Deutschlands, Belgiens und der Niederlande, Kurt Bodewig, Isabelle Durant und Tineke Netelenbos, hatten sich bereits am 21. September nach jahrelangen Verhandlungen auf einen ehrgeizigen Plan geeinigt. Die Dreiländer-Trasse, die fünfzig Kilometer kürzer und deshalb wirtschaftlich rentabler als der heutige südlichere Umweg ist, soll schon ab nächstem Jahr wieder befahrbar sein. Sie verläuft auf belgischer Seite über Herentals, Mol und Neerpelt, durchquert den Südzipfel der Niederlande über Weert und Roermond und führt auf deutschem Territorium direkt nach Mönchengladbach, Krefeld und Duisburg. Geplant sind zunächst täglich vier Güterzüge in jeder Richtung. Ab 2007 sollen 15 Züge rollen. Nun forderte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström von Deutschland und Belgien Angaben über den Einfluss der künftigen rekonstruierten Trasse auf Naturschutzgebiete. Die Niederländer hätten bereits nachgewiesen, dass sie die Richtlinie FFH ("Flora, Fauna, Habitat") zum Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen befolgten. (vr/dw)
Eiserner Rhein
Dreiländer-Trasse soll ab nächstem Jahr befahrbar sein