Einstieg von Etihad bei Alitalia vereinbart

26.06.2014 15:33 Uhr
Alitalia Start
Die italienische Fluggesellschaft Alitalia kämpft seit Jahren gegen die roten Zahlen
© Foto: Picture Alliance/ROPI/Rossi Eidon

Am Mittwoch fiel die Entscheidung nach monatelangen Verhandlungen. Die Araber übernehmen knapp die Hälfte der seit langem maroden italienischen Alitalia.

Rom. Der Einstieg der arabischen Airline Etihad bei der angeschlagenen italienischen Alitalia ist grundsätzlich unter Dach und Fach. Etihad werde 49 Prozent der Alitalia-Anteile übernehmen, teilten die beiden Fluggesellschaften am Mittwoch in Rom in einer gemeinsamen Erklärung mit. Jetzt müssten so schnell wie möglich die Vertragsbedingungen ausgearbeitet werden, heißt es in der Mitteilung weiter.

In einer Mitteilung macht Etihad am Donnerstag darauf aufmerksam, dass die nächsten Schritte in den kommenden Monaten erfolgen sollen. Die Vorbedingungen müssten noch festgehalten und letzte Hand an die Dokumente für den Kapitaltransfer gelegt werden, so Etihad. Außerdem müssten die behördliche Zulassung beantragt sowie die Zustimmung der Aktionäre und des Aufsichtsrates eingeholt werden, erklärte die Airline, die auch Großaktionär von Air Berlin ist, zu dem Einstieg in Italien. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

Über 2000 Jobs sind in Gefahr

Über etliche Monate hinweg war zäh über den Einstieg der Araber verhandelt worden, mehrfach stockten die Gespräche und ein Scheitern schien zu drohen. Knackpunkt war dabei vor allem, dass der arabische Großaktionär von Air Berlin präzise Forderungen für den Abbau eines Teils der etwa 13.000 Arbeitsplätze bei Alitalia als Bedingung für den Einstieg gestellt haben soll. Alitalia-Chef Gabriele Del Torchio bereitete die Gewerkschaften in den vergangenen Tagen darauf vor, dass 2250 Job wegfallen müssten. Die Regierung in Rom befürwortete den angestrebten Etihad-Einstieg als Plus für den Standort Italien.

Nach bisherigen Informationen will Etihad 560 Millionen Euro Kapital in die italienische Gesellschaft pumpen. Bis 2018 plane die Fluglinie weitere 690 Millionen Euro an Investitionen, hatte die Regierung in Rom mitgeteilt. Der römische Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte von einer „großen Chance“ für den kriselnden Wirtschaftsstandort Italien gesprochen und darauf verwiesen, dass die Airline auch dank des Anteils von Air France/KLM dabei doch in europäischer Hand bleibe. (dpa)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.