Rom. Der Einstieg der arabischen Airline Etihad bei der angeschlagenen italienischen Alitalia ist grundsätzlich unter Dach und Fach. Etihad werde 49 Prozent der Alitalia-Anteile übernehmen, teilten die beiden Fluggesellschaften am Mittwoch in Rom in einer gemeinsamen Erklärung mit. Jetzt müssten so schnell wie möglich die Vertragsbedingungen ausgearbeitet werden, heißt es in der Mitteilung weiter.
In einer Mitteilung macht Etihad am Donnerstag darauf aufmerksam, dass die nächsten Schritte in den kommenden Monaten erfolgen sollen. Die Vorbedingungen müssten noch festgehalten und letzte Hand an die Dokumente für den Kapitaltransfer gelegt werden, so Etihad. Außerdem müssten die behördliche Zulassung beantragt sowie die Zustimmung der Aktionäre und des Aufsichtsrates eingeholt werden, erklärte die Airline, die auch Großaktionär von Air Berlin ist, zu dem Einstieg in Italien. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.
Über 2000 Jobs sind in Gefahr
Über etliche Monate hinweg war zäh über den Einstieg der Araber verhandelt worden, mehrfach stockten die Gespräche und ein Scheitern schien zu drohen. Knackpunkt war dabei vor allem, dass der arabische Großaktionär von Air Berlin präzise Forderungen für den Abbau eines Teils der etwa 13.000 Arbeitsplätze bei Alitalia als Bedingung für den Einstieg gestellt haben soll. Alitalia-Chef Gabriele Del Torchio bereitete die Gewerkschaften in den vergangenen Tagen darauf vor, dass 2250 Job wegfallen müssten. Die Regierung in Rom befürwortete den angestrebten Etihad-Einstieg als Plus für den Standort Italien.
Nach bisherigen Informationen will Etihad 560 Millionen Euro Kapital in die italienische Gesellschaft pumpen. Bis 2018 plane die Fluglinie weitere 690 Millionen Euro an Investitionen, hatte die Regierung in Rom mitgeteilt. Der römische Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte von einer „großen Chance“ für den kriselnden Wirtschaftsstandort Italien gesprochen und darauf verwiesen, dass die Airline auch dank des Anteils von Air France/KLM dabei doch in europäischer Hand bleibe. (dpa)