DVWG: Ziele der Bahnreform noch nicht erreicht

04.07.2001 16:00 Uhr

Privatisierung gestartet und Produktivität erhöht, aber Defizite im Güterverkehr

Die Ziele der Bahnreform sind noch nicht annähernd erreicht. Zu dieser Erkenntnis gelangten die 100 Teilnehmer eines Workshops der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Vereinigung (DVWG). Thema des Workshops am 26. Juli in Berlin war eine kritische Zwischenbilanz zur deutschen Bahnreform von 1994. Als Grundlage der kontroversen Diskussion diente eine Studie, die der ADAC bei Prof. Dr. Aberle, Universität Gießen, in Auftrag gegeben hatte, über Erfolg oder Misserfolg der Bahnreform. Als erfolgreich bewertete Prof. Dr. Stuchtey die Reform, der wissenschaftlicher Leiter der Veranstaltung und selbst Mitglied der Regierungskommission Bahn war. Es sei gelungen, die Privatisierung der Bahn in Gang zu setzen, ihre Produktivität zu steigern und im Sinne einer Verschlankung des ehemaligen Behördenunternehmens Personal abzubauen. Das Thema Wettbewerb sei allerdings bisher entscheidend verdrängt worden, sowohl zwischen den Verkehrsträgern als auch intramodal auf der Schiene. Hier gebe es noch bedeutende Defizite. In den Statements wurde deutlich, dass seit 1994 spürbare Umsatzsteigerungen erreicht wurden – allerdings nur im Personenverkehr, während der Güterverkehr weit unter den Zielen stehen geblieben sei. Zur Trennung von Netz und Transport gab es verschiedene Ansichten. Es wurde nachgewiesen, dass ein gesamteuropäisches Schienen-Verkehrssystem entstehen müsse. Im Unternehmen Bahn sei der innovative Denkprozess für eine bessere Rentabilität noch entwicklungsbedürftig, damit die Straßen entlasten werden könnten. Kritisiert wurde auch eine mangelnde Transparenz der Entscheidungen der DB-Holding. Immerhin seien die Gespräche über die Bahnreform mittlerweile erfreulich versachlicht. (vr/ai)

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