Berlin. Mehr Mut bei Politik, Industrie und Verbrauchern, sich auf die Chancen digitaler Technologien auch im Verkehrsbereich einzulassen, wünscht sich die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Dorothee Bär. Bei einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrsforums unter dem Titel „Intelligente Mobilität: Digital, sicher, vernetzt, individuell“ in Berlin, verwies die CSU-Politikerin und Logistikbeauftragte der Bundesregierung auf die großen Chancen, die sich für Deutschland durch Schaffung neuer Geschäftsmodelle auf Basis digitaler Daten ergeben: „Die Digitalisierung kann zum Bruch in etablierten Volkswirtschaften führen. Deutschland hat aber die Chance auf ein digitales Wirtschaftswunder.“ Voraussetzung hierfür sei aber die Vernetzung von Daten um neue Services daraus zu generieren. Im Verkehrsbereich führe dies beispielsweise zu besseren Stauinformationen, intelligenter Parkplatzsuche und sei Voraussetzung für das Zukunftsthema autonomes Fahren. Im Verkehrsbereich könne zudem die Sicherheit durch digitale Vernetzung und Car-to-Car-Kommunikation erhöht werden.
Zu viel Angst vor Big Data
„Die negativen Aspekte werden hierzulande zu sehr in den Vordergrund gestellt“, bemängelte Bär im Hinblick auf Sorgen um den Datenschutz. „Wer Angst vor Big Data hat, sollte es vielleicht lieber in Smart Data umbenennen“, empfiehlt Bär, die sich schon vor Ihrer Zeit im BMVI stark um digitale Themen in ihrer Partei gekümmert hat. Um die Wertschöpfung im digitalen Bereich voranzutreiben, wolle man auf Bundesebene in Abstimmung mit den Ländern bis 2020 ein Maßnahmenpaket schnüren, das auch den Verkehrsbereich einschließlich des Öffentlichen Nahverkehrs umfasse. Gerade beim autonomen Fahren müssten zahlreiche rechtliche Fragen geklärt werden.
Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, sieht ausreichenden Datenschutz als wichtige Aufgabe der Politik. „Es ist die Aufgabe der Politik, den Datenschutz zu gewährleisten. Bürger müssen die Gewissheit haben, dass ihre Daten nur zu dem Zweck verwendet werden, der auch beabsichtigt war.“
Klaus-Peter Müller, Vorsitzender des Präsidiums des DVF, forderte einen Aktionsplan „Intelligente Mobilität“, um die durchgängige Nutzung von Daten zu ermöglichen, auch über Ländergrenzen hinweg. Derzeit gebe es zu viele Insellösungen, beispielsweise bei Ticketingsystemen. Die Integration von digitalen Themen ins Bundesverkehrsministerium nannte er einen „ersten Schritt“. (diwi)