Die Kraftstoffpreise haben sich nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Woche auf einem hohen Niveau eingependelt, wie die dpa mitteilt: Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag 2,161 Euro. Das entspricht einem Plus von 6,6 Cent gegenüber der Vorwoche. Diesel verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 8,1 Cent auf durchschnittlich 2,243 Euro je Liter.
Seit Freitag war bei den Tagesdurchschnittspreisen allerdings nur noch wenig Bewegung zu beobachten. Die ersten Werte vom Montag, 17. August, deuteten auf eine weitgehend stabile Entwicklung beziehungsweise einen leichten Anstieg hin.
Kaum Veränderungen zum Wochenstart
Am Montagmorgen lag der Preis für Super E10 um 8 Uhr um 0,4 Cent über dem Niveau des Vortages. Um 11 Uhr entsprach er dem vorherigen Tageswert. Beim Dieselkraftstoff zeigte sich ein ähnliches Bild. Hier lag der Preis um 8 Uhr um 0,9 Cent höher als 24 Stunden zuvor und um 11 Uhr noch um 0,5 Cent über dem Vortagesniveau.
Höherer Ölpreis bleibt wichtigster Preistreiber
Als Hauptursache für den kräftigen Anstieg gegenüber der Vorwoche nennt der ADAC vor allem die gestiegenen Ölpreise. Der stärkere Euro habe den Effekt auf die Kraftstoffpreise nur teilweise abgefedert.
Zusätzliche Belastungen ergeben sich derzeit regional durch das Niedrigwasser auf dem Rhein. Die eingeschränkten Transportmöglichkeiten sorgen für logistische Herausforderungen entlang wichtiger Versorgungsrouten. In besonders betroffenen Regionen können daraus höhere Kraftstoffpreise resultieren.
E10 nähert sich dem Rekordwert aus dem Jahr 2022
Mit dem aktuellen Durchschnittspreis liegt Super E10 nur noch 4,2 Cent unter seinem bisherigen Höchststand vom März 2022. Damit nähert sich der Kraftstoff erneut seinem Allzeithoch an.
Beim Diesel fällt der Abstand zum Rekordwert weiterhin deutlich größer aus. Gegenüber dem Höchststand vom vergangenen April liegt der aktuelle Tagesdurchschnitt um gut 20 Cent niedriger.
Mehrheit der Tankstellenbetreiber fordert Änderungen
Neben der Preisentwicklung sorgt auch die sogenannte 12-Uhr-Regelung für Kraftstoffpreiserhöhungen für Diskussionen: Eine Mitgliederbefragung des Bundesverbands Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (bft) zeigt eine deutliche Ablehnung der aktuellen Vorgaben.
67,4 Prozent der befragten Unternehmen sprechen sich demnach für eine vollständige Abschaffung der Regelung aus. Weitere 13,6 Prozent befürworten eine grundlegende Überarbeitung. Insgesamt fordern damit mehr als vier von fünf Teilnehmern die Abschaffung oder umfangreiche Änderungen. An der Umfrage beteiligten sich 132 mittelständische Tankstellenunternehmen mit konservativ gerechnet mindestens 866 Tankstellen, also gut sechs Prozent des bundesweiten Tankstellennetzes.
„Die Ergebnisse sind ein deutliches Signal an die Politik. Nur 45,5 Prozent der Befragten können die Preiserhöhung an allen Stationen vollständig automatisiert exakt um 12 Uhr umsetzen. Gleichzeitig berichten fast zwei Drittel von zeitlichen Abweichungen zwischen den beteiligten Systemen“, erklärt bft-Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik.
Technische Abweichungen sorgen für Probleme
Nach Angaben des Verbands durchläuft eine Preisänderung verschiedene technische Systeme. Dazu gehören Pricing- und Kassensysteme, Zapfsäulen, Preismasten sowie die Meldung an die Markttransparenzstelle.
63,6 Prozent der befragten Unternehmen berichten von zeitlichen Abweichungen, die gelegentlich, regelmäßig oder im Zusammenhang mit technischen Störungen auftreten. Aus Sicht des Verbands verteilen sich die Probleme über den gesamten beobachteten Zeitraum und lassen sich daher nicht auf vorübergehende Anfangsschwierigkeiten reduzieren.