Brüssel. Die EU hat im Warenverkehr mit der restlichen Welt ihren Handelsüberschuss in den vergangenen vier Monaten steigern können. Im Mai 2013 erreichte der Überschuss 15,8 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor war es noch ein Minus von 4,9 Milliarden Euro gewesen. Im Euroraum, dem nur 17 EU-Länder angehören, stieg der Handelsüberschuss ebenfalls von plus 6,6 Milliarden Euro im Mai 2012 auf 15,2 Milliarden Euro ein Jahr später. Diese vorläufigen Zahlen hat das EU-Statistikamt Eurostat gestern veröffentlicht. Es stützt sich dabei auf Angaben aus den EU-Mitgliedsländern.
Demnach konnte die EU auch für die ersten vier Monate 2013 ihre Handelsbilanz im Vergleich zum Vorjahr von einem Minus in ein Plus wandeln. Wurde für den Zeitraum Januar bis April 2012 noch ein Defizit von minus 64,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, so war es in den vier ersten Monaten von 2013 ein Überschuss von 25,3 Milliarden Euro.
Deutschland erzielt 67,3 Milliarden Euro Überschuss
Deutschland ist mit einem Überschuss von 67,3 Milliarden Euro in dem betroffenen Zeitraum zum großen Teil verantwortlich für diesen Zuwachs. Den zweithöchsten Überschuss weisen die Niederlande mit 19,2 Milliarden Euro auf. Es folgen Irland (12,1 Mrd.), Tschechien (5,1 Mrd.) und Schweden (3,5 Mrd.). Die größten Defizite in den Handelsbilanzen mit nicht EU-Ländern erzielten Großbritannien (-29,2 Mrd.), Frankreich (-25,8 Mrd.), Griechenland (-6,6 Mrd.) und Spanien (-5,7 Mrd.).
Der EU-weite Überschuss an Industrieerzeugnissen wuchs von 102,7 Milliarden Euro in den ersten vier Monaten 2012 auf 128,3 Milliarden ein Jahr später. Das Defizit beim Handel mit Energie verringerte sich um 18,7 Milliarden auf -127,9 Milliarden Euro.
Gegenüber den USA vergrößerte die EU ihren Überschuss in der Handelsbilanz von 24,1 Milliarden (Januar bis April 2012) auf 30,5 Milliarden Euro (Januar bis April 2013), mit der Schweiz von 14,5 auf 27 Milliarden mit der Türkei von 7,9 auf 9,1 Milliarden.
Das Handelsdefizit zu wichtigen Partnern konnte die EU reduzieren. Mit China von -44,8 Milliarden auf -41,8 Milliarden Euro, mit Russland von -35,5 auf -32,9 Milliarden, mit Norwegen von -20,7 auf -13,7 Milliarden, mit Japan von -4,5 auf -1,3 Milliarden Euro. (kw)