Washington. Alle zwei Jahre veröffentlicht die Weltbank den Logistik-Performance-Index. Dabei werden verschiedene Merkmale bewertet: die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur eines Landes, Zollabfertigung, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Bei der weltweiten Umfrage bei 6000 Logistikunternehmen wurde Deutschland unter 160 Ländern auf den ersten Platz gewählt. Es folgen die Niederlande, Belgien, Großbritannien und Singapur. Vor zwei Jahren musste sich Deutschland mit dem vierten Rang zufrieden geben, im Jahr 2010 hatte Deutschland das Ranking schon die Spitzenposition eingenommen.
Die Zahlen der Weltbank zeigen die Fortsetzung eines leichten Trends: Die Logistik-Leistungen nähern sich ganz langsam an. Länder mit schwächeren Werten beim Logistik-Index verbessern sich schneller als die stärkeren Länder. Von zentraler Bedeutung für einen guten Index ist laut Aussage der Weltbank eine gute Infrastruktur. Andererseits hilft die gute Infrastruktur nur wenig, wenn die Qualität im Transport nicht stimmt. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas wird in dem Bericht mit einem Lob für die Logistik in der Europäischen Union zitiert. Die Logistik sei von zentraler Bedeutung für die Unternehmen und die Bürger im europäischen Binnenmarkt. „Die europäische Verkehrspolitik unterstützt Rahmenbedingungen, die es Transportunternehmen ermöglichen, effizient zu arbeiten, zu wachsen und mit innovativen Ansätzen Europa global wettbewerbsfähig zu halten“, so Kallas weiter.
In einer ersten Reaktion auf die Veröffentlichung des Rankings betont Professor Alan McKinnon, Leiter des Departments Logistik der Kühne Logistics University in Hamburg, die Bedeutung der Leistungsfähigkeit der Logistik-Manager: "Die Studie zeigt, dass das wichtigste Alleinstellungsmerkmal auf den etablierten Logistikmärkten der einkommensstarken Länder nicht die Infrastruktur oder die Zollabfertigung ist, die allgemein auf einem hohen Standard sind, sonder vielmehr die Leistungsqualität und Kompetenz der Logistik-Manager. Wenn Deutschland an der Spitze bleiben will, muss es verstärkt hochqualifizierte Hochschulabsolventen für die Logistik gewinnen". (kitz)
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