Deutschland beim E-Commerce Vorreiter in Europa

21.03.2003 07:00 Uhr

Der weltweite Handel per Internet wird in den kommenden Jahren wohl weniger stark wachsen, als bisher vielfach angenommen. Dennoch dürfte Deutschland seinen Anteil am weltweiten E-Commerce in den kommenden Jahren deutlich ausbauen.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung Essen (RWI). Während viele Untersuchungen bislang für die kommenden Jahre ein durchschnittliches Wachstum im E-Commerce von 60 bis 80 Prozent prognostizierten, erwarten die RWI-Forscher bis zum Jahr 2005 im Schnitt nur einen Anstieg von etwa 40 Prozent – von gut einer halben Billion US-Dollar im Jahr 2001 auf etwa 2 Billionen US-Dollar in 2005. Ursachen für die vergleichsweise pessimistische Einschätzung sind vor allem die nur langsame Verbreitung der Breitbandtechnologie sowie Probleme von Unternehmen bei der Integration komplexer Softwarelösungen in vorhandene IT-Systeme. Bis 2010 rechnen die Forscher mit einem durchschnittlichen Zuwachs des Internethandels von knapp 30 Prozent pro Jahr. Sollte die Weltwirtschaft sich jedoch ungünstig entwickeln, werden die Steigerungsraten deutlich niedriger ausfallen. Gleichwohl dürfte der Internethandel in Deutschland stärker als in anderen Ländern zulegen: So könnte sich der Anteil am weltweiten Internethandel bis 2005 auf sieben Prozent nahezu verdoppeln, bis 2010 könnte Deutschland seinen Weltmarktanteil auf zehn Prozent steigern – und wäre damit Vorreiter des E-Commerce in Europa. Für diese Entwicklung sprechen sowohl die moderne Netzinfrastruktur als auch die steigende Zahl der mobilen Internetnutzer. In punkto E-Commerce-Wachstum wird Deutschland die USA in den kommenden Jahren voraussichtlich übertreffen, was unter anderem auf das vergleichsweise niedrige Ausgangsniveau zurückzuführen ist. Bis Ende dieses Jahrzehnts könnte der Anteil des Internet-Umsatzes am Produktionswert mit 14,5 Prozent hierzulande ähnlich hoch liegen wie in den Vereinigten Staaten.

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