Emden. Der Ausbau der Schifffahrtsstraße Ems wird nach Einschätzung deutscher und niederländischer Behörden zu einer Nagelprobe für die gemeinsame Emskommission. In beiden Ländern liefen komplizierte Verfahren, die miteinander abgestimmt werden müssten, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) vom Bundesverkehrsministerium in Emden. Dort feierten am Donnerstag 100 Vertreter aus Politik, maritimer Wirtschaft und Verwaltung den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Ems-Dollart-Vertrages. Er regelt die Interessen beider Staaten an den Zufahrten der Seehäfen in Emden, Eemshaven und Delfzijl. Deutsche und Niederländer haben bis heute unterschiedliche Auffassungen über den genauen Grenzverlauf an der Flussmündung. Im Ems-Dollart-Vertrag vom 8. April 1960 sind beide Ansichten festgelegt. Danach gibt es nach wie vor keine Staatsgrenze, sondern es wird "im Geiste guter Nachbarschaft" in der Emskommission zusammen gearbeitet. Erst in den 90er Jahren wurde der Vertrag um die Inhalte Wasser- und Naturschutz ergänzt. Ökologie und Ökonomie müssten bei neuen Projekten Hand in Hand gehen, sagte der Deputierte der Provinz Groningen, Douwe Hollenga. Der Ems-Dollart-Raum und das Wattenmeer müssten als einzigartige Naturgebiete erhalten und widerstandsfähiger gemacht werden. Die Niederlande wollen Eemshaven zur Energiedrehscheibe entwickeln, wie der Präsident der Schifffahrtsbehörde Nord-Niederlande, Peter Struik, sagte. Für Kohlefrachter sowie Gas- und Öltanker mit großem Tiefgang soll der Fluss ausgebaut und teilweise vertieft werden. Das Fahrwasser nach Emden soll ebenfalls ausgebaggert werden. Niederländische Behörden und die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich beraten daher über ein gemeinsames System zur Verkehrslenkung. Emden möchte dadurch erreichen, dass keine Wartezeiten für Schiffe entstehen. Die deutsch-niederländische Emskommission prüft zudem ein gemeinsames Konzept zur Beseitigung von Sand und Schlick. Diese fallen jährlich in großen Mengen beim Ausbaggern an und werden durch die geplanten Vertiefungen noch deutlich ansteigen. Fischer hatten bereits mit dem Rückzug aus dem ostfriesischen Traditionshafen Greetsiel gedroht, falls der Schlick weiter an anderen Stellen in der Ems verklappt wird. (dpa)
Deutsche und Niederländer treiben Emsausbau voran
Niederlande will den Emskanal für Frachter ausbauen und vertiefen / Beratung zwischen Niederlande und Deutschland über gemeinsames System der Verkehrslenkung