Hamburg. Die deutschen Seehäfen erwarten nach dem schweren Einbruch im Jahr 2009 wieder Wachstum im kommenden Jahr. Der Umschlag der Häfen wird nach Prognosen des Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) bis Jahresende auf insgesamt 265 Millionen Tonnen einbrechen, ein Minus von rund 16 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2008. „Im nächsten Jahr ist jedoch wieder mit einem moderaten Wachstum um drei Prozent zu rechnen“, sagte ZDS-Präsident Detthold Aden. Die Talsohle sei durchschritten, betonte Aden. Dennoch erwarte er einen „mühsamen Aufstieg“. „Auf den glatten Absturz folgt kein glatter Aufstieg“, betonte Aden. Er rechne mit einem „Sägezahnkurs beim Wirtschaftsaufschwung“, dass heißt auf Erholungsphasen folgen immer wieder leichte Rückschläge. „Schifffahrt und Häfen haben in den letzten Jahren deutlich von der Globalisierung profitiert. Jetzt leiden sie unter dem Rückgang der Auslandsnachfrage und des Welthandels.“ Mittel- und langfristig werde der Umschlag der deutschen Seehäfen jedoch wieder deutlich zulegen. Um auf die Krise zu reagieren, hätten die Seehäfen umfangreiche Sparmaßnahmen umgesetzt. Angesichts der Überkapazität seien viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt worden. Der ZDS will jetzt mit der Gewerkschaft Verdi über einen Krisenbewältigungs-Tarifvertrag reden. Ziel sei es 15 bis 20 Prozent der Personalkosten abzubauen, sagte Aden. Die Gespräche sollen Anfang 2010 beginnen. (sb)
Deutsche Seehäfen rechnen für 2010 mit Wachstum
Der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) erwartet bis Jahresende einen Einbruch des Umschlags um 16 Prozent