Die deutschen Seehäfen befürchten neue Wettbewerbsnachteile im Seehafen-Hinterland-Verkehr im Zuge der für 2003 geplanten Lkw-Maut auf den Autobahnen. Daher drängt der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) darauf, dass die Maut-Pflicht auf den ersten 150 Autobahn-Kilometern im Vor- und Nachlauf zu den Seehäfen entfällt, betonte ZDS-Vorsitzender Peter Dietrich jetzt vor Journalisten in Hamburg. Die Gefahr sei große, dass aufgrund der hohen deutschen Mautkosten Umschlagmengen vor allem in die Westhäfen abwandern. Detthold Aden, ZDS-Vorstandsmitglied, warnte in diesem Zusammenhang vor einem rasanten Anstieg des Ost-West-Straßenverkehrs. Dietrich und Aden erinnerten daran, dass in den EU-Nachbarstaaten zwar Maut-Pläne bestünden, jedoch jetzt schon klar sei, dass die Maut-Höhe in diesen Staaten, etwa in den Niederlanden, deutlich unter dem deutschen Niveau liegen würde. Für 2001 rechnet der ZDS damit, dass die in den deutschen Seehäfen umgeschlagene Gütermenge um rund zwei Prozent über dem Vorjahresniveau liegen werde. Beim Containerumschlag könne sogar mit einem Plus von etwa zehn Prozent gerechnet werden. Für Anfang 2002 zeichne sich allerdings eine "Wachstumsdelle" ab, auch hervorgerufen durch die Ereignisse vom 11.September. Die Häfen würden allerdings an ihren mittel- und langfristigen Investitionsabsichten festhalten, da die Unternehmen weiterhin von einem Wachstum der Güterverkehre über See ausgingen. (vr/eha)
Deutsche Seehäfen: Maut könnte zur Abwanderung von Verkehr führen
Gebührenpflicht soll auf den ersten 150 Autobahn-Kilometern entfallen