London. Der Beitrag der Seeschifffahrt zum Klimaschutz sollte weltweit durch die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) abgestimmt werden. Dies forderte der Verband Deutscher Reeder (VDR) heute anlässlich der wiederaufgenommenen Beratungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen aus der Seeschifffahrt in London. Neben technisch-betrieblichen Maßnahmen stehen dabei derzeit wirtschaftliche Anreizinstrumente, wie ein internationaler Klimakompensationsfonds und ein Emissionshandelssystem, zur Diskussion. „Die IMO ist gefordert, eine globale Lösung für die Seeschifffahrt zu finden“ so VDR-Geschäftsführerin Uta Ordemann. Das sei der Auftrag aus dem Kyoto-Protokoll. Der Verband Deutscher Reeder bekennt sich nach eigenen Worten zum Ziel des Klimaschutzes. Das Seeschiff stelle jedoch bereits heute das energieeffizienteste Verkehrsmittel dar. Nach einer aktuellen IMO-Studie trage die Seeschifffahrt nur zu 2,7 Prozent zu den globalen Emissionen bei, obwohl per Schiff rund 90 Prozent des interkontinentalen Güterverkehrs geleistet würden. Der VDR sprach sich strikt gegen regionale Lösungen insbesondere auf europäischer Ebene aus. Diese würden den globalen Wettbewerb verzerren und den Schifffahrtstandort Europa schwächen. Die nötige weltweite Regelung ist nach Ansicht des VDR nur über einen Internationalen Klimakompensationsfonds zu erreichen. Dänemark hat dazu einen Vorschlag in der IMO eingebracht, der eine Abgabe auf Schiffsbrennstoff direkt an einen auf Ebene der IMO einzurichtenden Ausgleichsfonds vorsieht. Nach Ansicht des VDR kommt ein Internationaler Ausgleichsfonds auch den Entwicklungsländern entgegen. So könnten Mittel aus dem Fonds insbesondere n Klimaschutzprojekte und -initiativen in Ländern fließen, die nicht unter das Kyoto-Protokoll fallen. Damit würde ein doppelter Effekt erzielt: Die CO2-Emissionen würden nicht nur wegen des stärkeren Anreizes zur Senkung des Brennstoffverbrauchs vermindert, sondern auch infolge des Mitteleinsatzes für Klimaschutzprojekte. (sb)
Deutsche Reeder plädieren für Klimafonds
Widerstand gegen europäische Klimaschutzvorgaben: Internationale Seeschifffahrtsorganisation soll globale Lösung suchen