Deutsche Reeder: Fast 3000 Schiffe im Bestand

07.12.2006 16:52 Uhr
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Die deutschen Reeder haben ihren Jahresbericht vorgelegt. (Foto: E. Arndt)
© Foto: Arndt

Ehrgeizige Ziele: Reeder sagen zu, bis 2008 den Flottenbestand unter deutscher Flagge auf 500 Schiffe zu bringen

Hamburg. Die deutschen Reeder werden weiterhin von einer Welle des Erfolgs getragen. Im laufenden wird die deutsche Handelsflotte fast 3.000 Schiffe umfassen - und damit fast zehn Prozent mehr Frachter als vor einem Jahr. „Der Schifffahrtsstandort Deutschland expandiert, und das ist positiv", freute sich Frank Leonhardt, Vorsitzender des Verband Deutscher Reeder (VDR) am Donnerstag in Hamburg anlässlich der Vorlage des Jahresberichtes. Die Bruttoraumzahl (BRZ) der Gesamtflotte beträgt augenblicklich fast 58 Millionen BRZ. „Anfang 2007 dürfte sie über 60 Millionen BRZ liegen", stellte Leonhardt in Aussicht. Denn deutsche Reeder erweisen sich weiterhin als äußerst bestellfreudig. Gegenwärtig haben sie bei den Werften im In- und Ausland exakt 727 Frachter unterschiedlicher Größen platziert. Die im Zusammenhang mit dem Bestellverhalten der deutschen - wie auch der ausländischen Reeder - immer wieder gestellte Frage nach einer möglichen Tonnageüberflutung stellt sich aus Leonhardts´ Sicht nicht. „Wir sind der Überzeugung, dass das nicht der Fall sein wird." So bleibe die Globalisierung ein ganz entscheidender Impulsgeber für die Reeder, da im interkontinentalen Warenaustausch nur das Schiff als Verkehrsträger in Frage kommt. Trotz der großen Zuversicht und der durchweg positiven Grundstimmung sind auch die deutschen Schifffahrtsunternehmen nicht frei von Sorgen. So stellen sie - wie auch ihre ausländischen Berufskollegen - steigende Kosten fest, vor allem bei den Treibstoffkosten. So seien die Bunkerölkosten für ein Großcontainerschiff in den vergangenen drei Jahren „zeitweilig" um das Dreifache gestiegen. Im Klartext: Die täglichen Bunkeröl-Mehrkosten betragen damit bis zu 50.000 US-Dollar. Sorgen bereitet die Personallage auf dem Markt. Durch die seit 2003 durch die deutschen Reeder intensiv betriebene Rückflaggung sei der Bedarf erheblich gestiegen. Und dieser Trend setzt sich fort. Der VDR hat errechnet, dass der Jahresbedarf bei rund 600 nautischen Absolventen liegt. Doch die Fakten sehen anders aus: In diesem Jahr sind rund 150 Abgänger zu erwarten, im nächsten Jahr rund 200. Angesichts des Bestrebens der Reeder - und auch der jetzt abgegeben Zusage, bis 2008 den Flottenbestand unter deutscher Flagge auf dann 500 Schiffe unter Schwarz-Rot-Gold zu bringen, sei ein erheblicher Druck vorhanden. Leonhardt stellte eine Vielzahl von Schritten seines Verbandes in Aussicht, um die Ausbildungsintensität zu erhöhen. Wichtig sei in dem Zusammenhang auch, dass der inzwischen wieder eingeführte „NC" in der nautischen Ausbildung so schnell wie möglich wieder aufgehoben wird. (eha)

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