Bonn. Die Deutsche Post kann auf dem lukrativen amerikanischen Markt expandieren und künftig auch Pakete und Kurierpost direkt bis zum Endkunden zustellen. Der Milliarden-Kauf des US-Logistikunternehmens Airborne Express, der durch die Zustimmung der Airborne-Aktionäre am Wochenende perfekt wurde, gilt als strategische Weichenstellung. Mit ihrer Tochter DHL will der Bonner Konzern den Marktführern United Parcel Service (UPS) und FederalExpress (FedEx) Kunden abjagen. Die beiden Platzhirsche wollen die Post aber auch mit juristischen Mitteln vom heimischen US-Markt, dem größte Kurier- und Expressmarkt der Welt, fernhalten. Sie werfen der Post eine unzulässige Kontrolle amerikanischer Fluglinien vor, sind jedoch inzwischen in die Defensive geraten. Mit dem Airborne-Kauf werde DHL den Konkurrenten UPS und FedEx in den USA "Paroli bieten" und sich "als echte Alternative zum dortigen Duopol etablieren", sagte DHL-Vorstandschef Uwe Dörken am Sonntag der dpa in Bonn. "In Asien und Europa sind wir bereits die Nummer 1. Mit dem strategischen Schritt in die USA haben wir auch die letzte Lücke unseres Netzwerks geschlossen." Die Post zahlt für Airborne rund 980 Millionen Euro. Die Akquisition kostet den Bonner Konzern damit rund ein Drittel des Jahresgewinns. Dafür rückt sie in den USA hinter UPS und FedEx mit einem Schlag an die dritte Position im Express- und Kuriergeschäft. Der Erwerb werde dazu beitragen, im größten Express-Markt USA ein "bedeutender Player" und weltweit Logistik-Konzern Nummer 1 zu werden, sagte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel. Die Übernahme ermöglicht es der Post-Tochter DHL, künftig auch auf dem Flug- und Landweg Expresspakete und Kurierpost etwa von New York nach Los Angeles direkt bis zum Endkunden aus einer Hand zu liefern. Bislang konnte DHL nur von Flughafen zu Flughafen liefern und war damit ohne Landtransportnetz für Kunden weniger attraktiv. (vr/dpa)
Deutsche Post expandiert in USA
Milliardenkauf des US-Logistikunternehmens Airborne perfekt