Deutsche Handelsschifffahrt: 2007 mehr Abgänge als Rückflaggungen

14.08.2008 13:30 Uhr
Containerschiff im Hafen Hamburg
Containerschiff im Hafen Hamburg. (Foto: Arndt)
© Foto: Arndt

Arbeitsmarkt für seefahrendes Personal in Deutschland ist praktisch leergefegt: Deutlich mehr Ausbildungsverhältnisse in der deutschen Handelsschifffahrt

Hamburg. "Die 2007 erfolgten Einflaggungen im Rahmen des Maritimen Bündnisses konnten die Abgänge nicht ausgleichen.“ Diese Feststellung trifft die See-Berufsgenossenschaft (See-BG) in Hamburg in ihrem am Mittwoch vorgelegten Jahresbericht. Danach waren bis Ende 2007 exakt 1134 Schiffe mit einem deutschen Heimathafen eingetragen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1142. Im Berichtsjahr 2007 nahm hingegen die Zahl der befristet ausgeflaggten Schiffe deutlich zu, und zwar um 15 Prozent auf 2523 Handelsschiffe. Für die deutschen Reeder bleibt die Suche nach Fachpersonal weiterhin eine schwierige Aufgabe. Auf dem Arbeitsmarkt für seemännisches Personal herrsche Vollbeschäftigung, stellt die See-BG fest. Ende 2007 waren an Bord deutscher Handelsschiffe mehr als 15.000 Mitarbeiter (plus 500) tätig, und zwar solche mit deutscher Staatsbürgerschaft und jene mit einem ausländischen Pass. Der Anteil ausländischer Seeleute liegt bei gut 37,5 Prozent. Er vergrößerte sich 2007 erneut. Um mittel – und langfristig genügend Fachpersonal zu haben, haben die deutschen Reedereien ihre Ausbildungsanstrengungen erheblich gesteigert. Bei der See-BG waren 2007 insgesamt 774 angehende Seeleute versichert. Das entsprach einem Zuwachs um 125 gegenüber dem Vorjahr. Zum Substanzverlust im Bordpersonal tragen nicht nur ein Tätigkeitwechsel an Land sowie das Erreichen des Rentenalters bei, sondern auch der Verlust der Bordtauglichkeits-Befähigung. 2007 wurden so 148 fahrende Seeleute ausgesteuert. Gut 400 Neubewerber konnten aus medizinischen Gründen die Seetauglichkeit nicht zuerkannt werden. Die häufigsten gesundheitlichen Defizite ermittelten die Amtsärzte in Form von Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen. Auch Alkohol- und Drogenmissbrauch spielte bei den Entscheidungen der Ärzte eine Rolle. Wie auch bei anderen Verkehrsträgern,so bleibt auch die Seeschifffahrt nicht mängelfrei. Im Rahmen der international vorgeschriebenen „Hafenstaatenkontrollen“ wurden 2007 in deutschen Häfen 1449 (Vorjahr: 1529) an Bord von in- und ausländischen Seeschiffen durchgeführt. Dabei stellten die Kontrolleure an Bord von 750 Schiffen (2006: 769) Defizite unterschiedliche Schwere fest. In 54 Fällen waren die Kontrollergebnisse allerdings so niederschmetternd, dass die See-BG sogar ein Auslaufverbot verhängen musste. (eha)

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