Hamburg. Die deutschen Seehäfen schlagen in diesem Jahr trotz der Wirtschaftsflaute deutlich mehr Güter um. Die Häfen erwarten ein Wachstum von rund fünf Prozent auf 255 Millionen Tonnen, teilte der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am Dienstag in Hamburg mit. "Angesichts der stagnierenden deutschen Wirtschaft sind diese Umschlagergebnisse ein erheblicher Erfolg", sagte der ZDS-Vorsitzende Detthold Aden. "Die deutsche Hafenwirtschaft hat damit einmal mehr gezeigt, dass sie eine Wachstumsbranche ist." Mit rund 300.000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen seien die Häfen eine Jobmaschine. Wachstumsmotor mit einem Plus von rund zwölf Prozent sei der Containerverkehr, der vor allem über die beiden deutschen Welthäfen Hamburg und Bremen abgewickelt wird. Dabei profitiert der Containerumschlag von den wachsenden Importen aus Asien sowie dem wieder zunehmenden Handel mit den USA. Der Welthandel ist insgesamt im Zuge der Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, wobei immer mehr Güter in Containern transportiert werden. Die deutschen Häfen gewinnen jedoch auch Marktanteile gegenüber der Konkurrenz in Rotterdam und Antwerpen. Die Ertragslage der Hafenunternehmen entwickelt sich nach Adens Worten weniger gut als die Umschlagzahlen. Der ZDS-Vorsitzende forderte von der EU faire Wettbewerbsbedingungen für die deutschen Häfen und eine Harmonisierung der Hafenpolitik innerhalb der EU. Erhebliche Mehrkosten von rund neun Euro je Container erwarten die deutschen Häfen durch neue internationale Vorschriften zur Terrorismusbekämpfung, die auf Druck der USA erlassen wurden. Bei rund neun Millionen Containern, die jährlich in Deutschland umgeschlagen werden, bedeutet das Mehrkosten von rund 80 Millionen Euro, die am Ende die Verbraucher tragen werden. (vr/dpa)
Deutsche Häfen wachsen trotz Wirtschaftsflaute
Wachstumsmotor ist der Containerverkehr mit einem Plus von 12 Prozent