Deutsche Häfen profitieren von den neuen Landverbindungen nach Schweden. Durch die geplante Fehmarnbelt-Querung würden die Chancen weiter steigen, sagte der Vertreter der südschwedischen Industrie- und Handelskammer, Per Tröding, beim 40. Nautischen Essen, dem traditionellen jährlichen Treffen der Lotsen, Reeder und Makler in Brunsbüttel. Hamburg sei mittlerweile nach Göteborg der zweitwichtigste "schwedische Hafen", immer mehr schwedische Firmen wickelten ihren Handel über deutsche Häfen ab, sagte Tröding. Zahlreiche südschwedische Firmen hätten durch die Öresundquerung ihre Strukturen völlig verändert. Diese Entwicklung habe zu einer guten wirtschaftlichen Entwicklung Südschwedens geführt und zu einer verstärkten Bindung an deutsche Umschlagplätze. "Die feste Verbindung über den Fehmarn-Belt ist ein Muss", sagte Tröding. Viele schwedische Konzerne, wie der Fahrzeughersteller Scania oder Dell-Computer, arbeiteten ohne Lagerhaltung und seien auf schnelle Zulieferung angewiesen. Heftigen Widerspruch bekam Tröding von Harald Rast, dem stellvertretenden Vorsitzenden des nautischen Vereins Brunsbüttel. Er und seine Kollegen befürchten erhebliche Nachteile für den Nord-Ostsee-Kanal. Tröding forderte ein europäisches Konzept: "Die Steuergelder sollten nicht in der Konkurrenz der Häfen angelegt werden. Ein europäischer Spielplan ist nötig." Dabei sollte auch die europäische Osterweiterung mit einbezogen werden. (vr/dpa)
Deutsche Häfen profitieren vom südschwedischen Wirtschaftshoch
Hamburg nach Göteborg der wichtigste "schwedische Hafen"