Frankfurt/Main. Die Deutsche Bahn (DB) übernimmt die English Welsh & Scottish Railway Holding Limited (EWS) und beteiligt sich mehrheitlich an der spanischen Transfesa. Details zu dem Deal gaben Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der DB, und Norbert Bensel, Vorstand DB Logistics, gestern vor der Presse in Frankfurt bekannt. Demnach sind die Verträge zwar noch nicht unterzeichnet, aber laut Mehdorn handelt es sich dabei nur noch um eine Formsache.
Die DB verspricht sich durch den Erwerb ein verbessertes Leistungsangebot. „Wir können damit den zunehmenden Bedarf unserer Kunden nach grenzüberschreitenden Transporten besser Rechnung tragen“, sagte der Bahnchef. Durch die Akquisition könnten die weißen Flecken auf der Schienengüterverkehrslandkarte der DB Logistics in Spanien und Großbritannien – zudem nannte Mehdorn auch noch Italien – getilgt werden. Zum Kaufpreis für die beiden Akquisitionen machte er keine Angaben. Das Gesamtvolumen läge jedoch niedriger als der Erlös aus dem Verkauf der Scandlines-Anteile, für die die Bahn diesen Monat 780 Millionen Euro kassiert hatte.
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Die EWS ist laut Bensel mit einem Jahresumsatz von 0,8 Milliarden Euro der fünftgrößte Anbieter im europäischen Schienengüterverkehrsmarkt. Die größte Güterbahn Großbritanniens ist vor allem auch deshalb interessant für DB Logistics, weil sie mit ihrer Tochter Euro Cargo Rail die einzige ausländische Güterbahn in Frankreich mit einer Eisenbahnlizenz ist. Noch ist der Marktanteil im französischen Markt jedoch minimal. Gegenüber der VerkehrsRundschau bezeichnete es Bensel als durchaus möglich, dass die EWS künftig Züge zwischen Deutschland und Frankreich fährt. Dennoch wolle die DB die enge Zusammenarbeit mit der SNCF Cargo nicht aufkündigen.
Das spanische Unternehmen Transfesa ist ein international agierender Transport- und Logistikdienstleister, der sich auf Schienen- und Straßentransporte in den Segmenten Automotive, Schüttgut und General Cargo spezialisiert hat. An Transfesa, das 2006 einen Umsatz von 290 Millionen Euro erwirtschaftete, beteiligt sich die DB zunächst zu 55 Prozent, strebt jedoch eine höhere Beteiligung an. „Wir befinden uns im Dialog mit den anderen Gesellschaftern der Transfesa“, sagte Mehdorn. (cd)