Die in den Niederlanden geplante Einführung einer streckenbezogenen Straßenbenutzungsgebühr liegt hinsichtlich ihrer Höhe deutlich unter dem deutschen Niveau. Das geht aus ersten Berechnungen des niederländischen Lkw-Verbandes TLN (Transport en Logistiek Nederland), Zoetermeer, hervor. Ausgehend von der im Moment anstehenden Abschaffung der noch anfallenden, zeitbezogenen "Eurovignette" und einer Verringerung der Mineralölsteuer um 15 niederländische Cent (rund 13,5 Pfennig) ergäbe sich laut TLN eine durchschnittliche Gebühr von sechs (NL-)Cent pro Kilometer bei schweren Lkw. Für leichte Lkw, für die eine Reduktion der Kfz-Steuer sowie der entsprechende Dieselsteuernachlass wirksam würden, ergäbe sich auf dem niederländischen Autobahnnetz eine Kilometer-Gebühr von rund drei Cent (etwa 2,7 Pfennig) je Kilometer. Mit diesen Gebührenhöhen hätte die niederländische Verkehrsministerin Tineke Netelenbos der zentralen Forderung des heimischen Verkehrsgewerbes nach einer "kostenneutralen Umsetzung" der künftigen streckenbezogenen Maut entsprochen, heißt es beim TLN. Der Verband hatte zu Jahresbeginn einen sehr umfassenden Forderungskatalog in Den Haag vorgelegt, um die Wettbewerbsposition des Transportgewerbes im Zusammenhang mit der streckenbezogenen Straßenmaut zu stärken. Der Verband ist grundsätzlich für eine solche Maut, weil er darin einen ehrlicheren Ansatz erkennt, um die Infrastrukturkosten zu bezahlen. (vr/eha)
Den Haags Mautpläne
Auf Hollands Straßen fährt es sich günstiger